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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

931 
Erzeugung und Verbrauch der Jndustricprodukte sowie der Rohstoffe. 
Unter den einzelnen Staaten hat lange Zeit England in der Eisenindustrie den 
ersten Rang eingenommen. Die großen Erfindungen, welche für den Fortschritt der Eisen 
erzeugung maßgebend waren, wurden zumeist in England gemacht, das auch von den ver 
heerenden Kriegen, welche Europa im 17. und 18. Jahrhundert verwüsteten, verschont 
blieb, und unter allen Ländern zuerst eine Großindustrie im modernen Sinne entwickelte. 
In neuerer Zeit ist ihm jedoch das Deutsche Reich ebenbürtig an die Seite getreten, und 
wenn es auch in der Roheisenerzeugung der Menge nach England noch nicht erreicht hat, 
so hat doch die deutsche Eisenindustrie in der Ausbildung ihrer Technik die englische bereits 
überflügelt. Von den übrigen europäischen Staaten kommen für die Eisenerzeugung nament 
lich Österreich, das in seinen Alpengegenden große Schätze reinen Eisenerzes und eine 
altberühmte Eisenindustrie besitzt, Frankreich, Belgien und Schweden in Betracht. Auch 
in Rußland hat die Ausbeutung der reichen Erzschätze, welche im Süden des Reiches und 
im Ural sich befinden, vielfach unter Zuziehung ausländischen Kapitales rasche Fortschritte 
gemacht. Eine überraschende Entwickelung hat die Eisenindustrie in den Vereinigten 
Staaten von Nordamerika durchgemacht. In den letzten 25 Jahren hat sich ihr Umfang 
nahezu verzehnfacht. Reiche Lager von Erz und Kohle, namentlich von dem zur Ver 
hüttung des Eisens vorzüglich verwendbaren Anthrazit, billige Verkehrswege, ein starker 
innerer Bedarf an Eisen insbesondere für den Eisenbahnbau und der Ausschluß des fremden 
Wettbewerbes durch hohe Schutzzölle haben zusammengewirkt, um die nordamerikanische 
Eisenindustrie zu einer der ersten in der Welt zu machen. Heute tritt amerikanisches Eisen, 
als Ballast der Baumwoll- und Getreidedampfer nahezu kostenlos über den Ozean verfrachtet, 
bereits auf den europäischen Märkten in Wettbewerb, und ebenso nimmt die Ausfuhr 
amerikanischer Eisen- und Stahlfabrikate, namentlich jene von Werkzeugen und Maschinen, 
bereits einen Umfang an, der den europäischen Fabrikanten unbequem zu werden droht. 
Ziffernmäßige Angaben über den Anteil der einzelnen Länder an der gesamten 
Eisenproduktion enthält die folgende Tabelle: 
Roheisenerzeugung in Tausenden t tm Jadre 
1870 
1890 
1895 
1896 
1897 
Großbritannien 
6 059 
8 031 
8 022 
8 798 
8 930 
Vereinigte Staaten von Nordamerika. 
1 693 
9 348 
9 598 
8 761 
9 806 
Deutsches Reich 
1 391 
4 658 
5 465 
6 373 
6 88>> 
Frankreich 
1 178 
1 962 
2 006 
2 340 
2 472 
Oesterreich-Ungarn 
403 
965 
1 100 
1 218 
1 330 
Belgien 
563 
788 
829 
948 
1 035 
Rußland 
358 
927 
1456 
1 595 
1 901 
Schweden 
300 
456 
463 
494 
542 
Andere Länder 
150 
323 
700 
548 
422 
Zusammen 
12 095 
27 458 
29 639 
31 075 
33 318 
Die weitere Verarbeitung des Roheisens zu Schmiedeeisen und Stahl und zu den ver 
schiedenartigen Eisen- und Stahlwaren ist schon wegen der Mannigfaltigkeit dieser Fabrikate 
statistisch schwer zu erfassen. Die einzige Möglichkeit dazu bietet eine Darstellung des 
Eisenverbrauches der wichtigsten Länder, wie sie in der Tabelle S. 932 oben versucht ist. 
Als Ausfuhrländer für Roheisen kommen hiernach in erster Linie Großbritannien 
mit einer Mehrausfuhr von 1 548 000 t und die Vereinigten Staaten mit einer solchen 
von 626 000 t in Betracht, sodann in geringerem Maße Frankreich und Schweden. Da 
gegen weisen Deutschland, Belgien und Österreich nicht unerhebliche Mehreinfuhren von 
Roheisen auf. Wesentlich anders gestalten sich die Verhältnisse, wenn man auch die Aus- 
und Einfuhr von Halb- und Ganzfabrikaten (Schmiedeeisen und Stahl, Eisen- und Stahl 
waren, Maschinen aus Eisen), auf Roheisen umgerechnet, in Betracht zieht. Großbritannien 
steht auch in diesem Falle mit einer Mehrausfuhr von 2 749 000 r Eisenwarcn an der 
Spitze der Ausfuhrländer. Ihm folgen Deutschland mit 1 677 000, Belgien mit 744 000 
und Frankreich mit 46 000 t Mehrausfuhr. Die Mehreinfuhr von Roheisen nach dem 
Deutschen Reiche und Belgien wird daher durch ihre Mehrausfuhr an Eisen- und Stahl- 
117 *
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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