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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

952 
Die Weltwirtschaft. 
insbesondere aber die gesetzliche Fixierung des Verhältnisses beider Metalle in der 
französischen Gesetzgebung mit 1:15,5 bewirkte trotz der gesteigerten Silberproduktion 
diese Gleichmäßigkeit. Doch geht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Richtung 
der Entwickelung im ganzen schon auf eine Verbilligung des Silbers hin. Diese 
Preisentwickelung erlitt jedoch eine Unterbrechung durch die Entdeckung der kalifornischen 
und australischen Goldfelder und die infolgedessen eintretende plötzliche Steigerung der 
Goldproduktion. In der Zeit von 1850 bis 1865 steht der Silberpreis auf dem offenen 
Weltmärkte unter dem von der französischen Münzgesetzgebung festgesetzten Wertverhält 
nisse beider Metalle, und Frankreich mußte besondere Maßregeln ergreifen, um zu ver 
hüten, daß sein Silbergeld ausgeführt und im Auslande nach dem Silberwerte verkauft 
werde. Die Folge des gestiegenen Silberpreises war ein bedeutender Aufschwung der 
Silberproduktion, namentlich in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig begannen die 
Goldfelder in Kalifornien und Australien weniger ergiebig zu werden, nachdem die Lager 
leicht zu gewinnenden Waschgoldes erschöpft waren und man zur bergmännischen Ge 
winnung des Goldes aus festem Gestein übergehen mußte. Endlich wurde die Nachfrage 
nach Silber für Münzzwecke erheblich herabgemindert, indem zunächst Deutschland im 
Jahre 1871 zur Goldwährung überging und einen großen Teil seines gemünzten Silbers 
auf den Markt brachte. Das Zusammenwirken dieser Umstände hatte ein Sinken des Silber 
preises zur Folge, das einem förmlichen Preisstürze Platz machte, als auch Frankreich und 
die übrigen Staaten der lateinischen Münzunion die freie Silberprägung einstellten und 
gleichzeitig die skandinavischen Staaten und die Niederlande zur reinen Goldwährung 
übergingen. Wiederholte gesetzgeberische Maßnahmen in den Vereinigten Staaten, welche 
den jährlichen Ankauf bedeutender Silbermengen durch das Schatzamt vorschrieben, blieben 
ohne Wirkung, da die Produktion sich vervielfachte. Bald mußten auch Staaten mit 
Papierwährung, wie Österreich-Ungarn und Rußland, die freie Silberprägung einstellen, 
und als sie endlich auch in Ostindien suspendiert wurde, sank der Preis des fast überall 
demonetisierten Silbers bis auf 30 Pence, entsprechend einem Wertverhältnisse von 1: 31,4. 
Die Folge dieser raschen Wertveränderungen war, daß das Silber als internationales 
Zahlungsmittel hinter dem Golde zurücktreten mußte und Gold als das wertbeständigste 
Metall heutzutage zum hauptsächlichsten Wertmesser geworden ist. Nur in den ost 
asiatischen Ländern ist Silber noch das überwiegende Münzmetall, und die durch Ausfuhr 
europäischer Jndustrieerzeugnisse nicht gedeckten Bezüge an Kolonialwaren aus diesen 
Ländern werden heute noch zum größten Teile mit Silber bezahlt. 
Wenn somit das Gold zum vorherrschenden Wertmesser im Verkehre der Kultur- 
staaten untereinander geworden ist, würde man doch irren, wenn man glauben wollte, 
daß alle aus dem internationalen Verkehr sich ergebenden Zahlungen effektiv mit Gold 
geleistet werden. Der weitaus größte Teil der internationalen Zahlungen vollzieht sich 
ohne Geldbewegung im Wege des Kreditverkehrs durch das hochentwickelte moderne 
Bankwesen. Der Wechsel, der Kontokorrentkredit, die Banknote treten ergänzend neben 
die metallenen Unilaufsmittel, die gegenseitigen Zahlungen werden im internationalen 
Verkehre, um ein Bild zu gebrauchen, gewissermaßen durch gegenseitige Kompensation 
der Forderungen ausgeglichen und erst wo dieses Mittel versagt, tritt die Bargeldsendung 
ein. Es betrugen im Jahre 1892 in Millionen Mark 
in 
Der Vorrat an gemünztem 
England 
Literreich- 
Ungarn 
Deutschland 
Frankreich 
Rußland 
Vereinigte 
Staaten 
Edelmetall .... 
Der Papiergeld- und Bank- 
2951 
893 
3384 
6364 
1609 
5096 
Notenumlauf . . . 
Stand d. Wechfelportefeuilles 
21,4 
934,7 
256,g 
61 
2433,7 
522,8 
in den Notenbanken. 
475 
292 
769 
476 
? 
9118 
Die verhältnismäßig geringen Mengen von Metallgeld und Banknoten, mit denen 
England seinen Geldumlauf bestreitet, werden erklärlich durch die hoch ausgebildete Ent-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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