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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959f 
Dic großen Hauptlinien des Weltverkehrs zu Lande. 
Kataugazweig der Kap—Kairo-Bahn ist am 12. Dezember 1909 dem Betrieb übergeben 
worden. Es sieht neuerdings so aus, als ob dieser ursprüngliche Seitcnzweig sich all 
mählich zur Hauptstrecke der Kap—Kairo-Linie auswachsen wird, indem durch weitere vor 
handene und geplante Bahnlinien im Kongostaat schließlich durch Katanga hindurch, unter 
Umgehung des Tanganjika und über den Kongo hinweg zum Nil, das Nord- und das 
Südstück der Kap—Kairo-Bahn bogenförmig miteinander verbunden werden. Außerdem aber 
wendet sich ein weiterer Zweig von Katanga nach Westen und lvird in wenigen Jahren mit 
einer andren britischen Bahn zusammenwachsen, die vom Hafen Benguella in Portugiesisch- 
Westafrika ziemlich genau ostwärts ebenfalls auf Katanga fortschreitet. Ta die Kap—Kairo- 
Bahn von Bnluwayo aus auch nach Osten Anschluß ans Meer, an den wichtigen Hafen Beira 
in Mozambique, hat, so wird dann eine (späterhin noch abzukürzende) ost-westliche Über 
landbahn durch Afrika zlvischen Beira und Benguella zustande kommen. 
Solche afrikanische Ost-West-Bahnen werden sich, im Zusammenhang mit der fort 
schreitenden Erschließung der einzelnen Kolonialländer, noch an verschiedenen Stellen 
ganz von selbst ergeben. So ist neuerdings die Möglichkeit einer künftigen Überlandlinie 
Benguella—Daressalam oder, im Anschluß an die 1911er Kongopolitik des Teutschen 
Reiches und unter Einbeziehung der Kongo-Wasserstraße, von einer (zunächst noch stark 
phantastisch anmutenden) deutschen Überlandlinie Dnala — Daressalam die Rede ge 
wesen. Und andrerseits ertönt auch von Jahr zu Jahr lebhafter der Ruf nach einem 
Anschluß der deutschen Bahnen an das Bahnnetz Britisch-Südafrikas, dessen Herstellung 
aber >vohl erst in Jahrzehnten erreicht werden lvird, aller Voraussicht nach unter Benut 
zung der heutigen Otavibahn auf dem Wege Swakopmnnd—Caprivizipfel—Viktoria 
fälle—Bulu tu a l)o—Beira. 
Auch in Australien plant man energisch die Schaffung von transkontinentalen Über 
landbahnen, die dort von besonderer Bedeutung sein würden, weil die wichtigsten Städte 
des Erdteils bekanntlich gerade im Südosten, also in den von den Hauptstraßen des Welt 
verkehrs entferntesten Teilen liegen. Es handelt sich dort vornehmlich um eine ziemlich 
in der Mitte verlaufenden Nord-Süd-Bahn zwischen Port Darwin und Adelaide 
und eine Ost-West-Bahn zwischen Perth und Sydney, die beide ungefähr gleich 
wichtig sein würden. — Tie erstere würde die im Norden vorhandene, 320 km lange Bahn 
Port Darwin—Pine Creek und die im Süden befindliche, 1088 km lange Bahn Adelaide— 
Oodnadatta miteinander verbinden; zu diesem Zwecke müßten 1711 km Bahnlinie durch 
großenleits univirtliches, menschenarmes, z. T. vollkommen wüstenartiges Land neu ge 
baut werden. Die Nord-Süd-Bahn würde in wirtschaftlicher und in strategischer Hinsicht 
für Australien von großer Bedeutung sein. Noch wichtiger aber wäre sie für den inter 
nationalen Reiseverkehr. Von Colombo ans Ceylon bis Sydney dauert gegenwärtig die 
Reise im günstigsten Falle 18, oft 20—22 Tage. Künftig würde die Fahrtdaner sich auf 
15 Tage verkürzen lassen, indem dic Reise von Colombo über Singapore nach Port Darwin 
10 Tage, die Eisenbahnfahrt von Port Darwin bis Adelaide 3 und von Adelaide bis 
Sydney 2 Tage beanspruchen wird. Noch beträchtlicher wird die Zeitersparnis für den 
wichtigen Reiseverkehr zwischen den südaustralischen Hauptstädten und Hinterindien, China 
und Japan sein. Von Adelaide nach Ostasien tviid man künftig 12 Tage schneller als 
gegenwärtig gelangen können. Fährt man also mit der Bahn von Europa nach Talni, 
von dort zu Schiff nach Port Darwin und schließlich mit der australischen Nord-Süd-Bahn 
nach Adelaide, so ließe sich die Reisedauer, die gegenwärtig von London durch den Suez 
kanal nach Adelaide 42—43 Tage, nach Melbourne 46—47 und nach Sydney 49—50 
Tage beträgt, auf 29 — 32 Tage abkürzen. 
Auch dic australische West-Ost-Transkontinentalbahn würde in erster Linie für 
Australiens Wirtschaftsleben selbst von Bedeutung sein, daneben aber auch für den inter 
nationalen Reiseverkehr, denn die durch sie ermöglichte Vermeidung der Schiffahrt parallel 
der Südküste Australiens wird, wegen der oftmals recht unruhigen Beschaffenheit der dortigen 
Meeresteile, vielfach freudig begrüßt werden. Tie Fahrt auf der nahezu 3000 km langen 
Bahn würde freilich nicht nur verhältnismäßig kostspielig sondern auch etwas unbequem
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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