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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

9Ö9o 
Kleinere neue Bahnbauten von Bedeutung. 
Unter den. übrigen größeren Gebirgen Europas, soweit sie zwei Nachbarreiche von 
einander trennen, erweisen sich viele, trotz verhältnismäßig geringer Höhe und Ausdehnung, 
für die Abwickelung des Verkehrs als ein größeres Hindernis denn die Alpen. So wird 
vor allein Spanien durch die Pyrenäen noch in sehr unangenehm fühlbarer Weise am 
Verkehr mit dem übrigen Europa behindert, obwohl gerade an den beiden Enden des 
Gebirges die niedrigeren Küstenstreifen dem Eisenbahnstrang den Durchgang ge 
statten. Tie eigentlichen Pyrenäen sind jedoch noch nicht überschient, obwohl schon seit 
vielen Jahrzehnten Projekte hierfür in reichlicher Fülle auftauchten. Zwischen den drei 
Strecken Olsron—Jaca, St.Hirons—Lerida und Ar les Thermes—Ripoll schwankt die Ent 
scheidung, die um so länger ans sich warten lassen dürfte, als ernsthafte strategische Be 
denken die Spanier veranlassen, sich mehr als lau gegen den Plan zn verhalten und die 
Fertigstellung keineswegs zu beschleunigen. 
Fast genau in gleicher Weise wie die Pyrenäen wirken im Verkehr zwischen Frankreich 
und Deutschland die Vogesen, die freilich nur einen Teil der langgezogenen Grenze der 
beiden Nachbarreiche bedecken. Auch die Vogesen sind bisher an keiner Stelle von der 
Schiene bezwungen worden, wobei wieder strategische Bedenken beider Teile das Haupt 
hindernis abgaben. Projekte für eine Trans-Vogesenbahn sind freilich wieder vorhanden 
und knüpfen vor allem an die Strecke Mülhausen—Alt-Münsterol—Belfort an. 
Das sächsische Erz- und Elbsandsteingebirge samt dem Böhmerwald würden 
zwischen Deutschland und Österreich eine ebenso wirksame Schranke, wie die Vogesen, errichtet 
haben, wenn nicht der Durchbruch der Elbe durchs Elbsandsteingebirge eine breite und be 
queme natürliche Pforte geöffnet hätte, die demnach auch zn den verkehrsreichsten Punkten ganz 
Deutschlands gehört. Außer an dieser Stelle läuft keine Bahn durch die Gebirgsmanern, 
die Anspruch auf größere Bedeutung für den Weltverkehr erheben kann; doch wird neuerdings 
eine Strecke Chemnitz—Annabcrg—Wcipert—Karlsbad mit einem Tunnel durch den Keil 
berg, den höchsten Berg des Erzgebirges, ernstlich geplant. — Österreich-Ungarn ist auch 
an anderen Stellen, insbesondere im Süden, durch bergige Länder von seinen Nach- 
barreicheü geschieden. Es hätte daher noch an mancherlei gebirgsdurchbrcchenden Bahnen, 
von denen hier vor allem die sogenannte Tonan-Adriabahn auf der einen Seite, 
die Sands chakb ahn Sarajevo—Novipazar—Mitrovitza und die Roten turmbahn zwischen 
Ungarn und Rumänien im Osten genannt sei, ein dringendes Interesse, an dem auch die 
verschiedenen kleineren Balkanstaaten nachdrücklich beteiligt sind. Ta es sich hier aber durch 
weg um noch schwebende Projekte handelt, sei an dieser Stelle nicht weiter darauf ein 
gegangen. 
Rußland ist auf europäischem Boden fast nirgends durch größere Gebirge von seinen 
Nachbarstaaten getrennt. Nur im Süden erhebt sich, nahe der türkisch-persischen Grenze, 
der gewaltige Kaukasus und bildet zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer 
eine fast unbezwingliche Mauer, die, wie die Pyrenäen, bisher eine gänzliche Ver- 
kehrSscheide sein würde, wenn nicht im äußersten Osten, in der Gegend von Baku, eine 
Umgehung möglich gewesen wäre. Jetzt ist freilich auch eine Transkaukasusbahn 
anscheinend endgültig in Aussicht genommen, die Wladikawkas und Tiflis in ziemlich ge 
rader Linie miteinander verbinden und am Col d'Archote in einer Meereshöhe zwischen 
1296 und 1350 in in einem Riesentunnel von 23 1 / 2 km Säuge das Gebirge durchbrechen 
soll. — Im übrigen ist Rußland, trotz der vorwiegend ebenen und für Eisenbahnlinien 
trefflich geeigneten Beschaffenheit seiner Grenzgebiete in Europa, durch weniger Schienen 
stränge als irgendeine der anderen Großmächte mit seinen Nachbarländern verbunden. Es 
hat eine stark ausgeprägte und für viele Fälle ziemlich unverständliche Scheu vor guten 
Bahnverbindungen nach dem Ausland, wobei wieder zumeist strategische Bedenken die ver 
kehrshemmende Wirkung Hervorrufen. Hat es doch nicht zum wenigsten aus militärischen 
Rücksichten seine große Spurweite fl,624 m) gewählt, die im Kriegsfälle feindlichen Bahnen 
einen Übergang auf russisches Gebiet vereitelt, die aber dafür auch im Frieden, zusammen 
mit den sonstigen berüchtigten Zoll- und Paßschwicrigkeiten der Russen, für den Verkehr 
sehr lästige Verzögerungen mit sich bringen. Auch die Zahl der Grenzübcrgänge der
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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