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Weltporto-Reform

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Bibliographic data

fullscreen: Weltporto-Reform

Monograph

Identifikator:
1008918695
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20162
Document type:
Monograph
Author:
Jürgensohn, Arved http://d-nb.info/gnd/1045767883
Title:
Weltporto-Reform
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Druck und Verlag von Liebheit & Thiesen
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 317 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vorrede und Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltporto-Reform
  • Contents
  • Title page
  • Vorrede und Einleitung
  • Kapitel I. Das Inlandsporto als Auslandsporto
  • Kapitel II. Die Weltportobewegung des letzten Jahrzehnts
  • Kapitel III. Der Entwicklungsgang des In- und Auslandsportos
  • Kapitel IV. Der Siegeszug des internationalen Pennyportos
  • Kapitel V. Der Chinesische Weltpostverein
  • Kapitel VI. Die Transitgebühren im Weltpostverkehr
  • Kapitel VII. Welt-Pennyporto und Postfinanzen
  • Kapitel VIII. Verkehrssteigerungen nach Portoermässigungen
  • Kapitel IX. Einnahmeausfälle und Mehrausgaben
  • Kapitel X. Reformvorschläge
  • Kapitel XI. Weltverkehr, Weltbriefmarke und Weltmünze
  • Anhang. Kapitel XII. Die Sonderpostenvereine im Weltpostverein

Full text

XXIII 
Wenn er auch nicht auf den ersten Platz kam, der ihm gebührte — 
denn dafür ist das Wissen oder Können nun einmal nicht entscheidend — 
er fand doch seinen festen Punkt, von dem aus er die Welt aus den Angeln 
heben konnte. 
Denkschrift über einen Allgemeinen Postverein wurde schon 1868 verfasst, führte aber 
erst 1874 zu einem glücklichen Ergebnis. Stephan hatte dabei die Macht in Händen, 
ohne die selbst die besten Gedanken meist erfolglos bleiben. Arx Anerkennung und Ehrungen 
und Weltruhm hat es ihm nicht gefehlt, doch so reale Zeichen der Dankbarkeit, wie 
Hill sie erfuhr, sind ihm nie zuteil geworden, obwohl er als Vater der Postkarte und 
Gründer des Weltpostvereins sie mindestens so gut wie Hill verdient hätte. 5687 
Millionen Postkarten wurden 1907 in den Ländern des Weltpostvereins befördert. Sie 
bedeuten für die Briefschreiber eine jährliche Portoers|Darniss (je 5 C.) — im Vergleich 
zum Briefporto (10 0.) von etw r a 230 Millionen Franken und für die Postverwaltungen 
eine gleich hohe Einnahme. 
Samuel Morse (1791—1872), ein amerikanischer Maler, der Erfinder des genial 
einfachen Morse-Telegraphen, wurde dagegen 1857 auf Anregung Napoleons III. von 
10 Ländern gemeinsam für seine Verdienste mit einer Dotation von 400 000 Franken 
bedacht, da seine Apparate in Euroxm nicht patentiert waren. 
Der dänische Postreformer Michaelsen, der schon 1859 einen internationalen 
Postverein anregte, wurde 1881 vom dänischen Reichstag mit einer Jahresdotation von 
1500, später 2400 Kronen — neben der Pension — geehrt. 
Der Oesterreicher Emanuel Herr mann, der Anfang 1869 in Wien in einem 
Zeitungsartikel die Idee der Postkarte von neuem entwickelte — allerdings zunächst 
mit einer Beschränkung auf 20 Worte — drang schon im Spätherbst 1869 damit in 
Oesterreich durch, und 25 Jahre später haben Philatelisten eine internationale Süb- 
kription zu einer Ehrengabe für ihn eröffnet, die aber nur — 807 Mark ergab und von 
ihm zur Anfertigung eines für die OÖffentlichkeit bestimmten Bildnisses vom General 
postdirektor Frh. v. Maly verwandt wurde, der die Postkarte in Oesterreich einführte. 
Der Erfinder des Kartenbriefs, dieser immerhin recht beachtenswerten und 
praktischen Briefabart oder Postkartenkombination, Dr. Carl Akin, ein Ungar, erfuhr 
lange Jahre hindurch eine völlige Nichtbeachtung seiner Anregung und, hat sich 
schliesslich 1893 mittellos und im Elend zu Fiume mit Cyankali vergiftet. 
Graf Zeppelin, der Erfinder des lenkbaren Luftschiffes, hat es wohl erlebt, 
dass ihm die Reichsregierung mit 2150 000 Mark seine Aufwendungen vergütete und 
seine Modelle abkauffce, und nach seinem Unfall zu Echterdingen im Sommer 1908 
ist ihm durch öffentliche Sammlungen die unerhörte Summe von 6 Millionen Mark zu 
geflossen, aber man darf nicht vergessen, dass das alles erst geschah, nachdem er 
15-20 Jahre allein dagestanden, fast sein ganzes Vermögen aufgebraucht, alle Bitternisse 
und Verzweiflungen des Erfinders durchgekostet hatte und sich nun endlich durch 
eigene Kraft, ein Siebziger an Jahren, schon zu nachgewdesenem Erfolg und Sieg 
durchgerungen hatte. Da aber heisst es ohnehin stets: Donec eris felix, multos 
numerabis amicos. Doch Zeppelin ging es noch vortrefflich im Vergleich mit Gans- 
windt, der schon 1883 ein lenkbares Luftschiff von 150 m Länge und 15 m Durchmesser 
für 100 PS, mit 14—15 m Geschwindigkeit in der Sekunde entwarf (in einer Broschüre 
dargestellt). Aber das preussische Kriegsministerium schrieb ihm 1884 am 22. Dezember 
auf seine Eingabe, eine so „schrankenlose“ Vergrösserung des Aerostaten zur Beseiti 
gung des Missverhältnisses zwischen Gewicht und Leistungsfähigkeit des Motors schlösse 
die praktische Verwertung „wenigstens für militärische Zwecke“ aus und solche Längen 
des Ballons „gingen weit über das militärische Bedürfnis hinaus“. Heute denkt man 
anders (vgl. Kürschners Jahrbuch 1909, S. 774). Armer Erfinder, der seiner Zeit zu sehr 
voraus war! 
Rowland. Hill dagegen erfuhr schon von Anfang an und — seltsam! — schon 
in der Zeit, wo es am nötigsten war, die tatkräftige Hilfe des englischen Volkes. Auch 
gegenwärtige Postreformer können sich in England nicht beklagen. Der Abgeordnete 
der Stadt Canterbury, Henniker Heaton, der 1898 die Einführung des Pennyportos
	        

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Compte Rendu Des Travaux de La Chambre Syndicale Pendant Lʹannée 1926. Soc. Anonyme du Sémaphore de Marséille, 1927.
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