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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Adam Smith. 
87 
forderliche Mühe und Beschwerde ... die Arbeit ist also der wahre 
Maßstab des Tauschwertes aller Waren 1 ).“ So ist‘die Arbeit, d. h. 
die Mühe, die auf die Herstellung eines Gegenstandes verwendet 
wird, gleichzeitig der Ursprung und der Maßstab ihres Tauschwertes. ^ 
Hier haben wir vom „Vater der Nationalökonomie“ formuliert, ‘ die 
Theorie, die in der Arbeit, in der menschlichen Anstrengung, die 
Ursache des Wertes sieht (als ob man von einer „Ursache des 
Wertes“ sprechen könnte!), und die Kabl Marx seine schärfsten 
Argumente gegen den Kapitalismus liefert. ' 
Kaum hat er aber diesen ersten Versuch gemacht, für den Tausch 
wert eine festere Basis als den schwankenden Boden des Angebotes 
und der Nachfrage zu finden, als er sogleich Schwierigkeiten auf 
tauchen sieht. Zunächst, * wie soll die auf einen Gegenstand ver 
wendete Arbeit und der Wert, der davon abhängt, gemessen werden ?*■ 
„Es kann in der schweren Anstrengung einer Stunde mehr Arbeit 
stecken als in der leichten Beschäftigung zweier Stunden und in der 
einstündigen Ausübung einer Kunst, zu deren Erlernung man 30 Jahre 
brauchte, mehr als in dem Fleiß eines ganzen Monats bei einer ge 
wöhnlichen und leicht erlernbaren Arbeit. Allein es ist nicht leicht, 
einen genauen Maßstab für die Mühsal oder die Geisteskraft zu 
finden“ 2 ). Außerdem, und hierin liegt ein zweiter Einwurf, in den 
zivilisierten Gesellschaften genügt die Arbeit allein nicht zur Her 
stellung der Gegenstände; der Grund und Boden und das Kapital 
wirken ebenfalls mit;- ihr Gebrauch ist aber nicht unentgeltlich; dem, 
der sie benützt, kosten sie etwas. Die primitiven Gesellschaften sind 
daher in Wirklichkeit die einzigen, sagt Smith, wo gewöhnlich „die 
zur Beschaffung oder Hervorbringung einer Ware aufgewendete Quan 
tität von Arbeit das einzige ist“ 8 ), das ihren Wert bestimmt. Heutigen 
Tages müssen aber noch das Kapital und der Grund und Boden in 
Betracht gezogen werden. Die Arbeit kann weder die einzige Quelle, 
noch der einzige Maßstab des Wertes sein. 
So sucht denn Smith eine neue Hypothese, und sieht in den 
‘) Yölkerreichtum I, S. 17, B. I, Kap. Y. In Wirklichkeit drückt sich 
Smith hier so ans, als ob nach seiner Ansicht der Wert eines Gegenstandes nicht 
von der Arbeit, die seine Herstellung gekostet hat, sondern von der, die damit zu 
kaufen ist, bestimmt wird. Im Grunde genommen laufen aber beide Gedanken auf 
dasselbe hinaus, da die Gegenstände sich als gleicher Wert gegen gleichen Wert 
tauschen. Die Arbeit, die man mit einem Gegenstand kaufen kann, ist genau gleich 
der Arbeit, die dieser Gegenstand gekostet hat. Smith sagt: „Sie (die Dinge) ent 
halten den Wert einer bestimmten Quantität Arbeit, welche man gegen etwas ver 
tauscht, wovon man zurzeit glaubt, daß es den Wert einer gleichen Quantität ent 
halte.“ (Ebenda.) 
*) Völkerreichtum I, S. 17, B. I, Kap. V. 
3 ) Völkerreichtum I, S. 27, B. I, Kap. VI.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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