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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

156 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Es ist nicht daran zu denken, an dieser Stelle sein so monu 
mentales Werk erschöpfend darzustellen, und wir begnügen uns 
daher damit, seine Hauptzüge heryorzuheben ’). 
Im allgemeinen können wir sagen, daß sich Eicaedo hauptsächlich 
mit der* V er teilung der Güter ^beschäftigt hat. Hierin hat er in 
Wahrheit ein neues Feld eröffnet, denn seine Vorgänger haben sich 
fast nur mit der Produktion befaßt. „Die Gesetze, denen diese 
Verteilung untersteht, lestzulegen, ist die Hauptaufgabe der National 
ökonomie.“ — Man kannte allerdings schon die Dreiteilung des Ein 
kommens, in Übereinstimmung mit der Dreiteilung der Produktions 
faktoren, — die Kente für den Boden, den Profit für das Kapital, 
den Lohn für die Arbeit —; Eicaedo will aber"feststellen, in welcher 
Weise diese Verteilung vor sich geht, und welche Gesetze den Anteil 
>) David Eicaedo entstammte einer ursprünglich holländischen, jüdischen Familie. 
Er wurde im Jahr 1772 in London geboren, wo sein Vater als Warenmakler lebte. 
Frühzeitig wurde er von ihm in die Geschäfte, in die Geheimnisse der Wechselstuben 
eingeführt. Anläßlich seiner Heirat schwor er seine Eeligion ab und brach mit seiner 
Familie. Er gründete ein eigenes Geschäft als Börsenmakler und sammelte rasch 
ein großes Vermögen, das man sogar auf 40 Millionen Fr. geschätzt hat, was aber, 
besonders für seine Zeit, enorm gewesen wäre und wahrscheinlich übertrieben ist. 
Ganz natürlich waren es Fragen des Bankwesens, die ihn zuerst sich mit der 
volkswirtschaftlichen Wissenschaft beschäftigen ließen. Zu jener Zeit hatte der Krieg 
mit Frankreich eine solche Entwertung der Banknoten in England herbeigeführt, daß 
nicht nur Spezialisten,^sondern auch Privatleute sich viel mit dieser Frage befaßten. 
Damals, 1810, veröffentlichte er seinen ersten Aufsatz: Heber den hohen Geld 
preis als Beweis für die Entwertung der Banknoten. Er war zu dieser 
Zeit 38 Jahre alt und ließ dieser ersten Arbeit bald weitere über Kredit und Bank 
wesen folgen. Diese kleineren Streitschriften jedoch ließen kaum ahnen, mit welchen 
tiefeingreifenden Untersuchungen über die Grundsätze der Wissenschaft er sich be 
schäftigte — anscheinend zu seiner persönlichen Unterhaltung, denn sie scheinen 
nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen zu sein, — die endlich 1817 unter dem 
Titel: Principles of political Economy herausgegeben wurden. 
Als er sie veröffentlichte, ahnte dieser „businessman“ sicherlich nicht, daß er 
dadurch die Grundpfeiler des kapitalistischen Wirtschaftsgebäudes erschüttern würde. 
1819 wurde er Mitglied des Unterhauses, doch scheint er als Eedner nicht 
glänzender, denn als Schriftsteller gewesen zu sein, obschon er übrigens vom Haus 
mit größter Achtung angehört wurde. „Ich habe zweimal angefangen zu sprechen, 
war aber so befangen, daß ich alle Hoffnung aufgebe, der Furcht Herr zu werden, 
die mich jedesmal überfällt, wenn ich meine eigene Stimme höre.“ 
Im Jahre 1821 gründete er den Klub „Political Economy“, der wahrscheinlich 
die erste der zahlreichen Gesellschaften für ökonomische Studien war, die seitdem in 
allen Ländern gebildet worden sind. 1822 gab er eine Abhandlung über den Schutz 
der Landwirtschaft heraus. Er starb im Jahre 1823, 51 Jahre alt. 
Seit seinem Tode hat man pietätvoll seine Schriften gesammelt und besonders 
seine Briefe veröffentlicht. Er stand in regem Briefwechsel mit den bedeutendsten 
Nationalökonomen seiner Zeit, wie Malthos, Mac Cullooh, J.-B. Say und anderen. 
Diese Briefe und ihre Beantwortungen sind für das Verständnis seiner Lehren äußerst 
wertvoll.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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