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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel IV. Friedrich List und die nationale Volkswirtschaftslehre. 315 
Wenn sich in dieser Hinsicht der Lisi’sche Protektionismus an 
das Schauspiel des modernen Wirtschaftslebens anschließt, so verbindet 
ihn offenbar eine noch engere Verwandtschaft mit dem früheren 
Merkantilismus. List hat denn auch seine Bewunderung für die 
Merkantilisten und besonders für Colbeet niemals verleugnet. Er 
beschuldigte Smith und Say, sie verkannt zu haben, und behauptete 
von ihnen, daß sie viel eher den Namen Merkantilisten verdienten, da 
sie die krämerhafte, kindliche Auffassung: „billig einkaufen und teuer 
verkaufen“, auf ganze Nationen anzuwenden suchten. In zwei wesent 
lichen Gesichtspunkten jedoch unterscheidet er sich von den Merkan 
tilisten. Einerseits ersetzt die Idee der industriellen Erziehung, 
die die Gedanken List’s beherrscht, in glücklicher Weise die der 
günstigen Handelsbilanz; und während die letztere endgültig von 
der Wissenschaft verworfen worden ist, ist im Gegenteil die erstere 
keinem prinzipiellen Einwurf ausgesetzt und ist auch von Schrift 
stellern, die so entschieden liberal waren, wie Stuaet Mill, an 
genommen worden. Andererseits und vor allem war der Merkan 
tilismus im XVII. Jahrhundert das Instrument einer dauernden 
Politik nationaler Exklusivität; der Schutzzoll List’s aber ist im 
Hegenteil in seinen Gedanken ein Mittel, die Völker einer gerechteren 
Gemeinschaft zuzuführen. Er ist ein Übergangssystem, ein 
Verfahren, das auf den Umständen beruht. 
Ebensowenig, wie das System List’s ein direkter Nachkomme 
des alten Merkantilismus ist, kann es als Ursprung des modernen 
Schutzzollsystems angesehen werden. Sogar in Deutschland war der 
praktische Einfluß des Buches zur Zeit seines Erscheinens, trotz des 
großen literarischen Erfolges, keineswegs von Bedeutung, — wenn 
Man nicht die geringe Zollerhöhung, die der Zollverein 1846 be 
schloß, mit ihm, sowie mit dem Kampf, den List in seiner Zeitung *) 
für den Schutzzoll führte, in Verbindung bringen will. Die liberalen 
Reformen des englischen Ministers Peel, die im gleichen Jahre durch 
die Abschaffung der Corn-Laws gekrönt wurden, das Aufsehen, das 
diese Maßnahme in Europa erregte, und die offizielle Bestätigung, die 
so die Ideen Cobden’s erhielten, beherrschten fast vollständig die 
öffentliche Meinung und lenkten die Handelspolitik der europäischen 
Staaten für viele Jahre im voraus in eine liberale Richtung. Die 
Politik der Handelsverträge, mit der Napoleon III. den Anfang 
Machte, gab dieser allgemeinen Anschauung Ausdruck. 
Von 1879 ab beginnt eine neue schutzzöllnerische Bewegung in 
Europa einzusetzen. Die Nationen errichten zwischen einander immer 
höhere Zollschranken. Können die neuen Zolltarife, die nach und 
*) Das Zollvereinsblatt, das er seit 1843 herausgab.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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