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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die Physiokraten. 
21 
Hebung der Art und Weise ist, wie sich der Umlauf der Einkommen 
vollzieht, und dessen Erscheinen bei seinen Zeitgenossen eine un 
glaubliche Bewunderung auslöste, die uns heute zum lächeln bringt 1 ). 
Jedoch Professor Hectoe Denis erklärt, daß er nicht weit davon 
entfernt sei, die Bewunderung Mirabeau’s zu teilen 2 ). 
Obgleich man seitdem erkannt hat, daß dieser Umlauf weit ver 
wickelter ist, als ihn die Physiokraten sich vorstellten, ist es doch 
der Mühe wert, diese primitive Zeichnung hier zu beschreiben 3 ). 
b „Seit dem Anfang der Welt“, schreibt der Marquis Mirabbau, „sind drei Ent 
deckungen gemacht worden, die den politischen Gesellschaften ihre Hauptstärke ge 
geben haben. -Die erste ist die Erfindung der Schreibkunst, die zweite die Erfindung 
des Geldes' Die dritte, das Resultat der beiden anderen, das sie aber erst ergänzt, 
indem es das Objekt der beiden anderen zur Vollkommenheit bringt, ist das „Tableau 
economique“, — die graphische Darstellung der volkswirtschaftlichen Verhältnisse, 
die unter allen anderen hervorragende Erfindung, die den Ruhm unseres Jahrhunderts 
bildet, und deren Früchte die Nachwelt pflücken wird.“ Der Abbe Baudeau sagt 
nicht weniger lyrisch; „Ich habe mir gestattet, diese Figuren mit dem Einverständnis 
des großen Meisters gesondert anzuführen, dessen schöpferischer Genius die wunder 
bare Idee dieses Sohaubildes erfand, das allen Augen das Ergebnis der höchsten 
Wissenschaft vorführt und das diese Wissenschaft in ganz Europa zum ewigen Ruhm 
seiner Erfindung und zum Wohl des Menschengeschlechts dauernd lebendig baten 
wird“ (S. 867). 
Die erste Ausgabe dieses Tableaus, die nur in einigen wenigen Exemplaren 
gedruckt worden war, ist verloren, aber ein Korrekturbogen ist in der Pariser 
Nationalbibliothek von einem deutschen Nationalökonom, Professor Stephan Bauer 
a n der Universität Basel gefunden und ira Facsimile von einer ausländischen Gese 
sc haft, der British Economic Association, 1894, veröffentlicht worden. 
2 ) „Die Entdeckung des Umlaufs der Güter in den wirtschaftlichen Gesell 
schaften nimmt in der Geschichte der Wissenschaft denselben Platz ein, wie die es 
Hlutumlaufs in der Geschichte der Biologie.“ _ . 
r 3 ) Das Schaubild Quesnay’s zeigt gegenübergestellte Säulen, und ist mit Zick 
zacklinien, die sich von einer Säule zur anderen kreuzen, bedeckt. Wenn Quesnay 
bfQte lebte, würde er sicherlich von dem System der graphischen Darstellung, die 
J)® 1 klarer ist, Gebrauch gemacht haben. Es nimmt Wunder, daß niemand auf den 
Gedanken gekommen ist, ihm diesen posthumen Dienst zu erweisen. Hectoe Denis 
bat das „Tableau“ in anatomische Schaubilder übertragen, die er der Darstellung 
er Venen und Arterien im menschlichen Körper gegenüberstellt. _ 
Die Tatsache, daß Quesnay zur Erklärung seines Schaubildes arithmetische Be 
rechnungen angewendet hat, gibt ihm den Anspruch darauf, bis zu einem gewissen Grade, 
^ ls Vorläufer der mathematischen volkswirtschaftlichen Schule angesehen zu werden, 
lim ^ man dnoh nicht unterlassen. Vgl. im Journal of Quarterly Economics, 
0? einen Aufsatz von Prof. Stephan Bauer und im Economic Journa , uni 
18 »6, einen Aufsatz von Oncken: „Die Physiokraten als Begründer der mathematischen 
schule.« Übrigens ist Le Trosne noch viel kategorischer: „Da die ökonomische 
Wissenschaft sich mit meßbaren Dingen befaßt, kann sie eine exakte, der Berechnung 
^Sangliche Wissenschaft genannt werden. Sie brauchte eine besondere Formel, die 
hren Zwecken angepaßt war und die als Stütze der Vernunftschlüsse diente. Diese 
0r . mel ist j m |iTableaa economique“ gegeben“ (De 1’ordre social - Uber die 
Zla e Ordnung —, eine Abhandlung, VIII, S. 
218).
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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