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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

734 
Schlußwort. 
ganz, und die, die wieder neues Leben erfüllt, kehren doch nie als 
ganz dieselben wieder. 
Was nun aber der Wissenschaft und dem Unterricht am dringend 
sten not tut, um sich zu entwickeln, ist vollständige Freiheit: Freiheit 
der Methode, Freiheit der Theorien, Freiheit aber auch in den Idealen 
und den Systemen, — denn gerade sie, dje auch den Gefühlen ihren 
Anteil belassen, sind oft sehr wertvolle Ansporne zu wissenschaftlicher 
Forschung. Nichts ist verderblicher als der Dogmatismus, komme er, 
woher er wolle. Leider sind in diesem Punkt keine Schule und kein 
Land außer dem Bereiche der Kritik. 
Schon Sismondi klagte den triumphierenden Liberalismus an, die 
Volkswirtschaft in eine Orthodoxie zu verwandeln. Aber der Libe 
ralismus ist nicht der einzige, der sich diesen Vorwurf gefallen lassen 
muß. Vor wenigen Jahren erklärte der Führer der historischen 
Schule in Deutschland, Schmollee, in einer Rede, die er als Eektor 
der Universität von Berlin hielt, daß man in Zukunft auf öffent 
lichen Lehrstühlen „weder reine Marxisten, noch reine Jünger Smith’s“ 
zulassen könne. Sollte die historische deutsche Schule gegen ihre 
Gegner jenen Ostrazismus wieder einführen wollen, unter dem sie 
früher selbst am meisten gelitten hat? Wir können uns aber auch 
in Frankreich nicht rühmen, weniger exklusiv gewesen zu sein. Die 
Gleichgültigkeit und sogar Feindschaft, mit der lange Zeit hindurch 
die mathematische Schule bei uns in Frankreich behandelt wurde, 
macht uns wenig Ehre. Und diese gleiche Intoleranz, die man der 
„bürgerlichen“ Nationalökonomie mit so viel Recht vorwirft, findet 
sich ebenso sehr im Sozialismus. Als gewisse Marxisten in die 
Theorie Maex’ Bresche gelegt hatten, sah man zu ihrer Verteidigung 
Kämpfer erstehen, die an autoritärem Starrsinn den Verteidigern des 
Liberalismus nichts nachgaben, als dieser sich von Neuerungen be 
droht glaubte. 
Daher ist die einzige große Nutzanwendung, die sich aus der 
Geschichte der Doktrinen ergibt die, daß der Geist der Kritik immer 
auf dem Plane sein muß, immer bereit, die erworbenen Wahrheiten 
aufs neue zu prüfen und neue Beobachtungen und Erfahrungen mit 
Bereitwilligkeit anzuerkennen, damit das Reich der Ökonomik sich 
ohne Ende ausbreite und festige.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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