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Die Konsumtion

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Bibliographic data

fullscreen: Die Konsumtion

Monograph

Identifikator:
1011553732
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36206
Document type:
Monograph
Author:
Oldenberg, Karl http://d-nb.info/gnd/117116246
Title:
Die Konsumtion
Edition:
Separatabdruck aus Grundriß der Sozialökonomik Abteilung II
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 103-164)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
§ 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Konsumtion
  • Title page
  • Contents
  • § 1. Die Literatur
  • § 2. Der Begriff
  • § 3. Wirtschaftlichkeit in der Konsumtion
  • § 4. Wertmaßstäbe der Konsumtion
  • § 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
  • § 6. Haushaltsrechnungen
  • § 7. Moderne Wandlungen der Konsumation
  • § 8. Zukunftsfragen der Konsumtion
  • § 9. Konsumtionspolitik
  • § 10. Speziell Einfluß der Steuer auf die Konsumtion
  • Index

Full text

Allgemeine Statistik der Konsumtion. 
125 
§ 5 
leiter des Alkoholkonsums darstellen, wenn nicht die natürlichen örtlichen Bedin 
gungen der Alkoholproduktion und -konsumtion diese Differenzierung aus nicht 
ethnischen Gründen erklärten, bzw. der natürlich bedingte hohe Alkoholkonsum 
der Weinländer vielleicht eine primäre Ursache der psychologischen Unterschiede 
zwischen Romanen als Weinkonsumenten, Germanen und Slaven als Bierkonsu 
menten und Branntweinkonsumenten sein könnte. Der niedere Alkoholkonsum 
Schwedens und Norwegens ist ein Erfolg der dortigen Alkoholgesetzgebung und des 
Gotenburger Systems. 
Zugleich scheint aber aus der obigen Tabelle hervorzugehen, daß der Alkohol 
konsum auch von der Höhe des Einkommens abhängt, so daß arme Länder wie Ruß 
land auf den billigen Branntwein angewiesen sind, um ihren Rauschbedarf auch nur 
notdürftig zu befriedigen. (Es könnte freilich auch im städtischen Leben die Ursache 
dieser Konsumsteigerung zu suchen sein.) Wir münden damit in die allgemeine 
Regel ein, daß die entbehrlichen Bedürfnisse erst auf höheren Einkommensstufen 
sich breit machen. Allerdings hat man zwischen Not- und Behäbigkeitsalkoholis 
mus *) unterscheiden wollen, in dem Sinne, daß nur der letztere eine Funktion reich 
lichen Einkommens sei, der erstere vielmehr ein Verzweiflungsprodukt wirtschaft 
lichen Elends * 2 ), zur Vortäuschung eines Kraftgefühls, das in weitesten Konsumen 
tenkreisen für echt gehalten wird, und zur Uebertäubung des Hungers und Lebens 
überdrusses. Allein im westlichen Europa und in Nordamerika scheint doch der 
Notalkoholismus wenigstens in den Bevölkerungsschichten, die einer Konsum 
statistik zugänglich sind, zurückzutreten 3 ). Haushaltsrechnungen, von denen der 
nächste Paragraph handeln wird, zeigen, daß nicht nur der Alkoholverbrauch mit dem 
Einkommen der Familie zunimmt, sondern daß er auch mit abnehmender Kinder 
zahl rapide zunimmt, sowohl bei Arbeiter- wie bei Beamtenfamilien; zweiköpfige 
Arbeiterfamilien geben im Durchschnitt nach der deutschen, allerdings nicht sehr 
ausgedehnten Erhebung von 1907 4 * ) jährlich 90 Mark, neunköpfige 53 Mark aus; 
zweiköpfige Beamtenfamilien 98 Mark, achtköpfige nur 38 Mark. Man darf aber nicht 
übersehen, daß die Angaben über den Alkoholkonsum nicht die zuverlässigsten 
sein dürften. 
Nimmt man für die letzten Jahrzehnte zunehmenden Wohlstand an, so scheint 
auch die Zunahme des Alkoholkonsums seinen Zusammenhang mit dem Wohlstand 
zu bestätigen; doch fragt sich auch hier, ob nicht der gleichzeitigen Urbanisierung 
der im Wohlstand fortschreitenden Länder mindestens eine mitwirkende Rolle zu 
kommt. Nach Struve war der jährliche Konsum, in Litern Alkohol pro Kopf ge 
messen, in 
Frank 
Bel 
Ita- Großbrit. 
Deutsch 
Oesterr.- 
Ver. 
Schwe 
Ruß 
Nor 
reich 
gien 
lien u. Irland 
land 
Ung. 
Staaten 
den 
land 
wegen 
1885—89 
15,73 
11,56 
12,32 9,86 
8,54 
8,36 
4,92 
4,51 
3,36 
2,15 
1890—94 
18,44 
12,42 
12,43 10,67 
9,27 
8,18 
5,69 
4,64 
2,56 
2,7 
1895—99 
18,64 
13,02 
10,86 11,11 
9,74 
8,72 
5,26 
5,67 
2,59 
2,13 
1900—04/5 
22,42 
12,97 
14,13 10,84 
9,54 
9,00 
6,4 
6,15 
2,65 
2,25 
Im 20. Jahrhundert zeigen einige Länder einen merklichen Rückgang des Kon 
sums 6 ), und zwar mindestens Deutschland auch über das Jahr 1905 hinaus, zum 
Teil unter dem Einfluß erhöhter Besteuerung, auf den wir zurückkommen werden. 
J ) Es darf nicht übersehen werden, daß der Alkoholkonsum daneben drittens auch der 
sozialen Rivalität dient, sofern eine „soziale Prahlsucht“ (S t e h r, Alkoholgenuß und wirt 
schaftliche Arbeit, 1904) beim Arbeiter ihr Ziel in der Stärke des Alkoholkonsums sucht, wie 
bei der Arbeiterin im Putz. 
а ) Vgl. K u b a t z , Zur Frage einer Alkoholkonsumstatistik, Greifswalder Dissertation, 
München 1907, nach Wlassaks Terminologie. 
3 ) Beispiele von Notalkoholismus: Herkner, Arbeiterfrage, 3. Aufl. S. 466. 
*) Bei dieser Erhebung ist übrigens der Parallelismus des Alkoholkonsums mit der Ein 
kommenshöhe zu vermissen. 
б ) Vgl. auch Reichsarbeitsblatt 1910, S. 189 f. (Ziffern teilweise bis 1909).
	        

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Die Konsumtion. J. C. B. Mohr, 1914.
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