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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1012150852
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-27269
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
25., verbesserte Auflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1927
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 521 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

21. Zur Entwicklungsgeschichte der Zinstheorie. 
arlehnsgeber durch Gewährung des Darlehens erlitten hatte, wurde an- 
erkannt und als „Interesse‘ bezeichnet, ein Wort, das noch in moder- 
nen Sprachen mit „Zins“ gleichbedeutend ist. (Engl. Interest, m 
Interet.) Da dies ‚Interesse‘ schließlich auch für den Fall anerkann 
wurde, daß der Darlehnsgeber durch andere Anlagen seines Geldes 
inen Gewinn hätte machen können, mußte doch schließlich die Ein- 
sicht in die Wesensgleichheit des Darlehenszinses mit dem Zins, den 
as Kapital in gewinnbringenden Geschäften abwirft, durchdringen. 
jese Einsicht mußte auch durch die Gewohnheit, feste Bodenrenten zu 
erkaufen, befördert werden, denn in dieser Form konnte der Landwirt 
immer Kapitalien für bessere Bewirtschaftung seines Bodens gegen 
ahlung einer Rente, die in Wirklichkeit nichts anderes als ein Zins 
war, aufnehmen. In Deutschland, wo die Rentenkäufe sehr allgemein 
aren, hat der Sprachgebrauch auch mit dem Wort „Zins“ (cen- 
sus = Rente) jede als berechtigt anerkannte Zahlung für ein Darlehen 
bezeichnet. Der Streit zwischen den unabweislichen Bedürfnissen des 
raktischen Lebens und den spitzfindigen Unterscheidungen der kano- 
nistischen Scholastik sollte jedoch noch Jahrhunderte dauern, ehe die 
esentliche Einheitlichkeit der verschiedenen Formen des Zinsnehmens 
allgemein anerkannt wurde und damit ein Grund, auf welchem eine 
issenschaftliche Zinstheorie allmählich erwachsen konnte, gewonnen 
ar. Diese Periode war aber auch zugleich die Durchbruchszeit de 
reiheit des Denkens. Die Berufung auf die Autoritäten des Mittel- 
alters mußte jetzt weichen, zunächst in der merkantilistischen Periode 
vor den Diskussionen über die praktischen Vorteile und Nachteile einer 
Herabsetzung des Zinsfußes, dann unter dem Einfluß des _Liberalismu ; 
vor wirklichen Untersuchungen über die Bestimmungsgründe des Zins- 
fußes in einem freien Verkehr. 
Die Staatsgewalt, die mit dem Anfang der neuen Zeit der Herrschaft 
er Kirche folgte, suchte der Ausbeutung in der Form des Zinsnehmens 
urch Feststellung einer gewissen Maximalhöhe des Zinsfußes eine 
renze zu setzen. Diese Politik mußte natürlich ständige Diskussionen 
über die angemessene Höhe des Zinsmaximums veranlassen und somit 
ntersuchungen über die Wirkungen eines hohen oder niedrigen Zins- 
ußes befördern, wodurch immerhin eine gewisse Einsicht in_die Be- 
deutung des Zinsfußes für das Wirtschaftsleben gewonnen wurde. Das 
Nachdenken über die Einwirkung des Zinsfußes auf andere Faktoren 
es Wirtschaftslebens mußte aber auch allmählich die Tatsache klar 
werden lassen, daß diese anderen Faktoren auch ihrerseits den Zinsfuß 
estimmen, daß der Zinsfuß eine rein wirtschaftliche Erscheinung ist 
über welche die Politik nicht nach Belieben verfügen kann. In Englan 
war diese Auffassung des Zinses schon am Ende des 17. Jahrhunderts 
mit großer Klarheit entwickelt worden. Mit dem Durchbruch der liberal- 
jet großer Kl Theorie im 18. Jahrhundert wurde die Behandlung d 
167
	        

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Recht Der Schuldverhältnisse. Schweitzer, 1910.
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