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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Stoffe und Kräfte. 
31 
dem Förderbunker, zwischen der Seil- und Kettenbahn und der Lokomotivförderung im Berg 
bau, zwischen den Baggern und Förderbrücken im Braunkohlentagebau zeigt die Schwierig 
keit der Auswahl. 
Ob filtriert oder verdampft, getrocknet oder gekühlt, destilliert oder erhitzt werden soll, 
stets stehen mehrere Verfahren zur Auswahl, von denen jedes für jeden Fall seine Vor- und 
Nachteile hat. Nur so erklärt sich die dem Nichttechniker oft so schwer verständliche Tat 
sache, daß die Technik trotz der im Grunde nicht allzu zahlreichen technischen Vorgänge eine 
kaum übersehbare Zahl von Geräten und Maschinen zur Verfügung stellt; ein Gewirr von 
Kesseln, Rohrleitungen, Rührwerken, von sich drehenden und hin- und hergehenden Stangen 
und Rädern, das zu erkennen dem Kaufmann schwer wird, aber notwendig ist, sofern er auf 
diesem Gebiet zu arbeiten sich entschließt. 
4. Betrieb und Pflege der Maschinen und Apparate. Mit der steigenden Ver 
wendung der Maschinen ist natürlich auch die Frage ihrer Bedienung und Pflege, 
ihrer Instandhaltung und Ausbesserung eng verbunden. Die handwerkliche Ge 
schicklichkeit und persönliche Erfahrung, die zu jeder Arbeitsausführung gehört, 
hat sieh mit der Einführung der maschinellen und apparativen Arbeit in vieler 
Hinsicht gewandelt. 
Noch die alte Drehbank, bei der der Drehstahl von Hand gehalten und geführt wurde, 
war eine Maschine, die große handwerkliche Geschicklichkeit erforderte. Schon die Einfüh 
rung des Supports, der den Drehstahl hielt und durch eine von Hand bediente Spindel bewegt 
wurde, verminderte nicht nur die Kraftleistung (des Stahlhaltens), sondern auch die notwen 
dige Geschicklichkeit; immerhin erfordert der Vorschub des Supports eine gewisse Weiche der 
Hand, ein Gefühl für Beanspruchungen, um sofort durch Rüokdrehen Brüchen oder Reißen 
des Werkzeugs oder Macken und Rissen im Werkstück begegnen zu können. Auch erforderte 
die eigene Herstellung der Werkzeuge — der Drehstähle — eine hohe Fertigkeit im Schmieden, 
Feilen und Härten. Der Dreher war ein vollständiger Werkzeugmacher und damit von allen 
Metallhandwerkern einer der bestleistungsfähigen. 
Als dann die Leitspindeldrehbank auch die mechanische Führung der Leitspindel über 
nahm, blieb dem Dreher im wesentlichen nur das richtige Einspannen der Werkzeuge, das An 
setzen des Supports und die Wahl der Geschwindigkeiten; während des eigentlichen Schnitts 
hat der Dreher nur beobachtende Aufgaben, ist er nur Maschinenwärter. 
Jetzt konnte die gleichzeitige Bedienung mehrerer Maschinen durch einen Mann durch 
geführt werden, aber zum mindesten nur für die Einstellung der Maschine ein hochbezahlter 
Fachmann, für die Wartung und andere Hilfsgriffe aber geringer bezahlte, jugendliche und 
weibliche Kräfte herangezogen werden. Mit der Revolverdrehbank, bei der im Revolverkopf 
mehrere Stähle und Bohrer eingesetzt werden, die dann je nach dem Arbeitsgang — zunächst 
noch von Hand, später selbsttätig — durch entsprechende Drehung des Werkzeughalters 
(„revolve“) nacheinander zum Arbeitseingriff kommen, ist dann die letzte Stufe erreicht: der 
Revolverautomat. Der Dreher ist zum Einrichter geworden, den eigentlichen Drehvorgang 
besorgt die Maschine selbsttätig, das Revolvermädchen setzt durch einen Hebeldruck die Ma 
schine in Gang und stellt sie ab; sogar die Ausschaltung wird noch von der Maschine häufig 
selbst besorgt; nur der Nachschub des Materials ist als wesentliche Bedienungsarbeit übrig 
geblieben. 
Diese, die ganze Werkzeugarbeit kennzeichnende Entwicklung der Drehbank kann in ähn 
licher Weise bei allen anderen Vorgängen beobachtet werden. Ganze Arbeitssäle, ja ganze 
Unternehmungen — Preß- und Stanzwerke u. a. — hängen oft nur von einem Mann ab: dem 
Einrichter, der oft auch noch der Werkzeugmacher und der Reparaturschlosser ist. Die übrige 
Belegschaft ist ungelernt, angelernt. Es ist im Grunde die gleiche Entwicklung, die bei der 
Ausgestaltung der Hebezeuge vor sich ging: der Werkstättenkran übernimmt alle Hebe- und 
Transportarbeiten der Werkstatt; von der Bedienungsgeschicklichkeit des Kranmaschinisten 
hängt ein großer Teil des reibungslosen Arbeitsfortschritts im Arbeitssaal ab. 
Durch diese Gestaltung der Arbeit, die auch in der chemischen und apparativ arbeitenden 
Industrie gleichartig verlaufen ist — man denke nur an den Hochofenprozeß, an die Kessel 
befeuerung, an die Zucker- und Glasindustrie — ist natürlich die Kenntnis der Maschinerie und 
Apparatur zum wesentlichen Bestandteil der technischen Arbeit geworden. Damit ist aber 
auch die Instandhaltung und Ausbesserung sowie die Bereithaltung von Ersatzteilen 
zu einer brennenden betrieblichen Angelegenheit geworden. 
Während bei einfachen Werkzeugen, Maschinen und Apparaten eine Ausbesserung im 
eigenen Betrieb durch besondere Reparaturabteilungen möglich ist und durchweg stattfindet, 
ist dieses Verfahren für Spezialmaschinen oft nicht mehr zweckmäßig. Man läßt jetzt größere 
Ausbesserungen außerhalb des Betriebes oder aber im Betriebe durch besondere Fachleute, die 
von außerhalb herangezogen werden, vornehmen; der Betrieb beschränkt sich darauf, eine 
größere Anzahl leicht auswechselbarer Ersatzteile oder ganze Maschinen und Apparate vor
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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