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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

189 — 
(ehr intenfiven, muljtergültigen Wirtjdhaften liegen oft [dledht geführte 
oder verwahrlolte Güter. 
Wo der Grokgrundbelik überwiegt, oder wenigjtens ftark in den 
Bordergrund dritt, ijt im allgemeinen die IandwirtjHaftliHe Kultur 
Höher als in Kreijen mit vorwiegend Heinem Beliz. Die BelihHver- 
teilung ijft mit ein Hauptgrund dafür, daß der AWderbau von Oltpolen 
— mit Ausnahme des Gouvernements Lublin — bedeutend gegen den 
von Wejtpolen abfällt. 
Kongreß-Polen war nidHt in der Lage, fidH Telbit zu ernähren. 
Sn der empfindlidhjten Weije war der Grokgrundbelig in Polen 
dur die auf ihm ruhenden Servitute belajtet, durd weldhe die 
Zand- und Forjtwirtfdhaft aukerordentlih beeinträchtigt und mirtichaft- 
ih ge[Hädigt wurde. 
Während fidh die ruflijde Regierung bemühte, den Bauer materiell 
möglidghjt unabhängig vom Gutsbeliger zu ftellen, hatte [ie es nidt 
jür nötig befunden, aud) den Gutsbefiger in Unabhängigfeit vom 
Bauern zu bringen. Denn fie hatte das den Bauern bei der Auf» 
Hebung der Leibeigen|dHaft im Jahre 1864 verliehene Servi- 
tutenrecdt beibehalten. Die Bauern behielten das Recht auf Wald- 
und Weidenugung fowie die Benugung von Fahr- und Fukwegen, 
das fie fidh dur Gewohnheitsrecht oder hejondere Verträge und münd- 
fide Abmadhungen erworben Hatten. Sie Ionnten aus den Gutswäldern 
3. B. Bau- und Brennholz, Reifig und Blätter entnehmen und auf dem 
Sutsader weiden. Diefle Rechte, an denen im Iahre 1864 335171 
Bauernhöfe teilnahmen, erhielten aber erjt im Jahre 1870 GefjeHes- 
fraft. Sie find nun zum allergrößten Teil bezüglidH ihHres wirtjHaft- 
liden Wertes für die Bauern [ehr problematijdher Natur. Bor allen 
Dingen haben die Rechte der Wald- und Weidebenugung kfkeinen Wert 
mehr. Die meijten Wälder, die Heute nod) mit dem Servitut belajtet 
Äind, ftehen unter dem Zeidhen des Verfalls. Seit Jahren ijt nicht nur 
alles Laub, Reifig und Moos aus ihHnen hHerausgeholt worden, [ondern 
aud) das Unterholz und die Baumrinde. Solde Wälder madjen mit 
ihren ausgetretenen BViehljteigen und verfümmernden Bäumen einen 
traurigen Eindrud. Der Servituteninhaber kann aus ihnen nichts mehr 
herausholen oder er muß Holz ftehlen. Der Holzdiebjtahl ijt darum 
aud) außerordentlid verbreitet und ein [tändiger Grund des Streites 
zwilden den Gutsbeligern und Bauern. — 
Ähnlich {teht es mit dem Weiderecdht. Wo die Gutsbejiker zu 
einer modernen Feldwirt{hHaft übergegangen jind, wo [ie Meliorationen 
der Wiefen durchgeführt Haben, da bemühen fie ih, das Bauernvieh 
von ihrem Lande fernzuhalten. Sie erreidhen es, indem fie entweder 
die zweite Heuernte fo mwät leaen. dak die Bauern von der Weide:
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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