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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
87 
getroffener prinzipieller Entscheidung, nach Ort, Zeit und anderen 
Umständen für die Erfüllung des Staatszweckes gesorgt werden 
soll, das Verhältnis der einzelnen Ausgaben zur Gesamtausgabe, deren 
Verhältnis untereinander, deren Beziehungen zu den Einnahmen, ob 
dieselben aus den ordentlichen oder außerordentlichen Einnahmen 
zu decken sind usw. 
Folgt schon hieraus, daß die Finanzwissenschaft auch auf die 
Staatsausgaben Rücksicht nehmen muß, so fällt hier noch der Umstand 
ins Gewicht, daß ja ein vollständiges Bild vom Staatshaushalte nur 
dann gewonnen werden kann, wenn auch die Ausgaben, die Staats 
zwecke, bekannt sind. Ja, man könnte mit einem vielleicht paradox 
scheinenden Satz sogar aussprechen, daß die Wissenschaft der Finanz 
selbst die Einnahmen nicht richtig darstellen könnte, wenn sie nicht 
hinsichtlich der Staatszwecke orientiert ist. 
So sehen wir denn, daß in neuerer Zeit immer mehr Autoren 
auch die Staatsausgaben in das Bereich der Untersuchung ziehen, 
ja es gibt sogar deren, die jetzt zu sehr nach dieser Seite neigen, 
indem sie sich darauf' berufen, daß ja der Staatshaushalt seinem 
Wesen nach Verbrauch von Staatsleistungen ist, die in den Aus 
gaben sich widerspiegeln. Demgegenüber muß wiederholt betont 
werden, daß die Staatshaushaltslehre nicht in der Lage ist, die auf 
die Staatszwecke und auf deren Befriedigung bezüglichen prinzi 
piellen Fragen zu entscheiden und daß daher unsere Wissenschaft 
nur mit der finanziellen Seite der Ausgaben sich befassen kann. 
Die Finanzwissenschaft wird daher nach Entscheidung der Prinzi 
pien sich darauf beschränken, zu untersuchen, wie groß der Staats 
bedarf ist, wie derselbe am zweckmäßigsten zu befriedigen ist. 
welches Verhältnis zwischen den Ausgaben angestrebt werden so 1. 
wie die Bedarfsbefriedigung der Zeit nach verteilt werden so . 
welche Reihenfolge in der Befriedigung gewisser Bedürfnisse befolgt 
werden soll, ob die Staatsausgaben eine steigende oder sinkende 
Tendenz zeigen und was die Ursache dieser Tendenz usw. 
Schon Stein fügt seiner Finanzwissenschaft eine Untersuchung 
der Staatsausgaben ein. Wenn er auch die einzelnen Gruppen der 
Ausgaben nur kurz darstellt, so sind wir ihm um so dankbarer für 
die allgemeine Theorie der Ausgaben. Die Ausgaben sind nach 
Stein das in Geld ausgedrückte System der Bedürfnisse des Staates 
und bietet das Bild der eigentlichen Staatsarbeit in Europa. 
Er betrachtet die Lehre von der richtigen V erwendung der 
Ausgaben auf Grund fachmännischer, technischer Bildung als selb 
ständigen Zweig der Wissenschaft, den er die ^6 Rameralwissen- 
schaft nennt, als deren neue Gebiete er das öffentliche Bauwese
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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