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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

160 
4. Buch. Die Staatseinnahmen. 
da immer mehr das Prinzip zur Geltung kommt, daß der Staat 
nicht aus Sporteln, Gebühren und Taxen die Kosten der staatlichen 
Institutionen decken dürfe, ferner der sozialpolitische Gesichtspunkt 
an vielen Stellen die Gewährung von Exemtionen nötig macht. 
All diesem gegenüber wächst die Bedeutung der Steuereinnahmen. 
Am stärksten ist die Bedeutung der Steuern in England entwickelt, 
wo dieselben vor dem Kriege mehr denn vier Fünftel der Staats 
einnahme liefern; ferner in den Niederlanden, wo sie über 90 Pro 
zent betragen. In den meisten deutschen Staaten bewegen sich die 
selben zwischen 25—35 Prozent. In einzelnen Staaten hat die Staats 
wirtschaft noch stark patriarchalischen Charakter. 
Auf Grund der Erfahrungstatsachen sucht Denis das Grund 
gesetz der finanziellen Morphologie festzustellen, im Gegensatz zu 
Leroy-Beaulieu und anderen Schriftstellern, die aus den beobachteten 
Tatsachen einfach das Gesetz ableiten, daß mit fortschreitender 
Kultur die privatwirtschaftlichen Einnahmen des Staates abnehmen, 
die staatswirtschaftlichen zunehmen. Nach Denis kann eigentlich 
nur soviel festgestellt werden, daß die finanzielle Morphologie einer 
seits vom volkswirtschaftlichen und sozialen Leben, andererseits vom 
Wirkungskreise des Staates abhängt. 
Zu bemerken gilt übrigens ferner, daß die Natur der Staats 
einnahmen auch von der Staatsform abhängt. Die absolute Mon 
archie zieht privatwirtschaftliche Einkünfte vor, weil diese vom 
Volke unabhängig machen. In dem Momente, als die privatwirt 
schaftlichen Einnahmen und die Regalien nicht mehr genügen und 
mehr und mehr die Einhebung von Steuern notwendig wird, ent 
wickelt sich die konstitutionelle Monarchie, wie dies typisch die 
Geschichte Englands zeigt. Die demokratische Staatsform zeigt 
eine gewisse Neigung zu den privatwirtschaftlichen Einnahmen, 
indem sie für staatliche Unternehmungen und Verstaatlichung von 
Unternehmungen, in ihrem sozialistischen Ausläufer sogar für gänz 
liche Verstaatlichung einzelner oder aller Produktionsfaktoren ist. 
Zur Beleuchtung dessen, welche Rolle den privatwirtschaftlichen 
Einnahmen im modernen Staatshaushalte gebührt, mögen folgende 
Daten dienen: Im Jahre 1913 entfiel in Preußen bei einer Brutto 
einnahme von 3192,14 Millionen Mark auf 
Domänen 34,65 Millionen Mark 
Forsten 155,63 „ „ 
Bergwerke, Hütten, Salinen usw. 334,81 „ „ 
Staatseisenbahnen 2456,40 „ „ 
Sonstige Betriebe 210,48 „ „
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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