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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Theorie der Gebühren. 
187 
Staatsbürger verursachten, sondern die staatlichen Organe selbst; 
2. wenn dieselben wohl die Staatsbürger veranlaßten, aber im Inter 
esse des Staates. Sollte dies nicht berücksichtigt werden, so würde 
hieraus eine grenzenlose Belastung des Staatsbürgers resultieren 
können. Natürlich muß es ganz ausgeschlossen sein, daß der Staat 
die Bürger aus finanziellem Interesse zur Inanspruchnahme seiner 
Tätigkeit zwingt; 3. wenn die Leistung wohl dem einzelnen nützt, 
aber der Staat nicht als Staat, sondern als Partei interessiert ist. 
Fassen wir die Frage der Höhe der Gebühren näher ins Auge, 
so dürften folgende Prinzipien als kristallisiert betrachtet werden. 
Innerhalb der Grenzen der Selbstkosten ist nach zwei Richtungen 
hin Unterschied zu machen. Erstens in betreff des Charakters der 
staatlichen Funktion. Die Funktionen des Staates gehen auf zwei 
Gebieten vor sich: Recht und Kultur. Die Rechtsordnung bildet 
eine Staatsaufgabe erster Ordnung, die Gebühren müssen daher auf 
diesem Gebiete mäßig und vorsichtig festgesetzt werden; die auf 
die Kultur bezügliche Staatstätigkeit ist weniger Pflicht des Staates, 
da hier in erster Reihe das Individuum selbst tätig sein muß. Auf 
diesem Gebiete hat also die Gebührenpflicht eine weitere Grenze. 
Ferner müssen wir wieder innerhalb jeder Staatstätigkeit das Ver 
hältnis ins Auge fassen, in dem der Staat und das Individuum da 
bei interessiert ist; je mehr es das staatliche Interesse fordert, daß 
eine gewisse Staatstätigkeit durch das Individuum in Anspruch ge 
nommen werde, desto geringer muß die Gebühr sein, je weniger 
der Staat und je mehr der einzelne interessiert ist, desto höher 
kann die Gebühr sein. Wenn es überwiegend Staatsinteresse ist, 
daß eine Tätigkeit in Anspruch genommen werde, so wird der Staat 
bis zur Unentgeltlichkeit gehen; wenn das Staatsinteresse ganz unter 
geordnet ist, dann wird die Gebühr ihr Maximum erreichen können. 
Das Wesen der Gebührenpflicht besteht daher darin, daß die 
selbe, wie der freie Verkehr, auf dem Prinzip der Leistung — Gegen 
leistung beruht, doch wird dieses Prinzip hier durch den Umstand 
abgeschwächt, gemildert, daß die vom Staate vollzogenen Funktionen 
nicht privatwirtschaftlichen Charakters sind, daß der Staat dieselben 
unter allen Umständen zu vollziehen hat, denn dieselben gehören 
zu seinen wesentlichen Attributen, so Heerwesen, Justizwesen, innere 
Verwaltung usw. 
Mit Berücksichtigung dieses Umstandes läßt es sich prinzipiell 
bestimmen, wie die Festsetzung der Gebühren zu geschehen hat. 
Das rein privatwirtschaftliche Vorgehen ist hier nicht anwendbar, 
wie sich aus dem Gesagten ergibt; bei dem privatwirtschaftlichen 
Verkehr kann bei Festsetzung der gegenseitigen Leistungen in Rech-
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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