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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

A. II. Abschnitt. Die Geschichte des Steuervvesens. I A 
welche mit der großen wirtschaftlichen Umgestaltung ums 
zusammenhängt, wirtschaftliche Ursachen in der gesteigerten^ 
tung des Steuerwesens im Spiele. 
Auf welche Weise und aus welchen Quellen der Staat seine 
Einkünfte schöpft, das ist Folge der historischen Entwicklung 
und hängt ganz und gar von der Natur der wirtschaftlichen Organi 
sation ab. In der frühesten Zeit, in der Periode des Patrimonial- 
vermögens schöpft auch der Herrscher sein Eigentum aus Patri- 
monialgütern. In der Feudalzeit deckte der Herrscher als Haupt 
des Feudalverbandes seine Bedürfnisse mittelst der Leistungen der 
Angehörigen dieses Verbandes. Der Staat des Absolutismus schöpfte 
sein Einkommen aus der Einräumung der aus seiner Allmacht 
fließenden Rechte. In dem individualistischen Staat des Kapitalis 
mus, in dem die angeführten Quellen schon weniger reichlich zur 
Verfügung stehen, schöpft der Staat die nötigen Mittel aus dem 
Einkommen der Staatsbürger, denen er alle Produktionskräfte zur 
freien Benutzung überläßt und so entwickeln sich die Steuern zu 
dem wichtigsten Einkommenszweige des Staates, denn die Steuer 
greift am wenigsten störend in das Getriebe des Wirtschaftslebens 
ein. Und wenn eines Tages an die Stelle der individualistisch 
organisierten Produktion die gemeinwirtschaftlich organisierte Pro 
duktion treten würde, wie dies der Kollektivismus anstrebt, dann 
würden die Steuern wieder verschwinden, denn der Staat würde 
ebenso, wie die Staatsbürger aus den Produkten der gemeinsamen 
Wirtschaft die Güter zur Deckung seines Bedarfes erhalten. 
Die Entwicklung des Steuerwesens steht demnach in modernen 
Staaten unter dem Einfluß von politischen und ökonomischen Mo 
menten. Im ganzen Mittelalter bis zur Entstehung des absolutisti 
schen Staates bilden die Steuern nur einen bescheidenen Teil der 
Staatseinkünfte. Die Geldleistung war das Zeichen der Abhängig 
keit und wurde daher nur von Unfreien gefordert. Trotzdem 
kommen auch in dieser Periode Geschenke, Subsidien vor, die aber 
immer nur außerordentlicher Natur und zum Teil eine Nach 
ahmung von Urbarialverpflichtungen waren. Das ändert sich in der 
Neuzeit infolge der großen Umwälzung, welche im Staatsleben ein 
tritt. Die veränderten und gesteigerten Bedürfnisse der Staaten 
konnten durch die persönlichen Leistungen des Adels nicht mehr 
befriedigt werden, der Staatsdienst nahm zum Teil gewisse besondere 
höhere Kenntnisse in Anspruch, die der Adel nicht besaß. Die 
schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse forderten überdies, daß 
der Adel der Verwaltung seiner Güter größere Aufmerksamkeit 
schenke. Dazu kam, wie erwähnt, die Umgestaltung des Heerwesens,
	        

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Untersuchungen Über Die Theorie Des Preises. Duncker & Humblot, 1889.
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