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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

2 
1. Buch. Einleitende Lehren. 
mannigfachsten Zwecke zu erfüllen. Der bleibende Zweck .ist aber, 
das Individuum dem Ganzen zu unterordnen. Dies ist aber nur 
dann möglich und namentlich dem Ganzen von Nutzen, wenn die 
Individuen auf die höchste Stufe des physischen, geistigen und 
moralischen Seins emporgehoben werden. Hieraus entwickelt sich 
die Fülle von Aufgaben, denen der moderne Staat zu dienen hat, 
die Fülle von Einrichtungen, deren er benötigt. Hat der primitive 
Staat, der Staat der militärischen Gesellschaft, der Soldatenstaat 
bloß Einrichtungen der Verteidigung nötig, so muß der Staat der 
der friedlichen Arbeit lebenden Gesellschaft, der Kulturstaat, der 
Arbeitsstaat sich zu einem an Aufgaben, an Beziehungen mannig 
faltigen kunstvollen Organismus entwickeln. 
Die Erfüllung der Staatszwecke setzt den Besitz von Kräften 
und Mitteln voraus, die hierzu unentbehrlich sind. Die Beschaffung 
dieser Mittel kann in der Regel rationellerweise keinen unüberwind 
lichen Schwierigkeiten begegnen, da ja das Maß der vorhandenen 
Kräfte gleichzeitig das Maß der zu verfolgenden Aufgaben ist. 
Der Organismus Staat ist jedenfalls mit der entsprechenden Lebens 
kraft für den Daseinskampf versehen, wie jeder andere Organismus. 
Organismus und Lebenskraft müssen überall im Gleichgewicht 
stehen. Doch müssen wir die Gesetze der Lebenskraft, die die 
Staaten schafft und beseelt, erkennen und richtig beurteilen und 
befolgen. Der Kriegerstaat verfügt nur über so viel Kraft, die zu 
seiner Erhaltung insolange genügt, als ihn der überwältigende Wett 
bewerb größerer Staaten nicht vernichtet. Der produktive Staat 
schafft sich die Mittel, außer der Selbsterhaltung auch der Selbst 
vervollkommnung Kräfte zur Verfügung zu stellen. Dies der Cha 
rakter des Staatslebens der friedlichen, der arbeitenden und kultur- 
schaffenden Gesellschaften. Leider zeigt uns der Weltkrieg, daß 
der moderne Staat noch immer tief im kriegerischen Wesen steckt, 
so daß noch immer kolossale Mittel beschafft werden müssen, um 
die Selbsterhaltung des Staates zu sichern, wodurch der friedlichen 
Kulturarbeit viel Kräfte entzogen werden. 
Wie dem auch sei, die Beschaffung der Mittel zur Erfüllung 
der Staatszwecke bildet an sich einen systematischen Teil der Staats 
tätigkeit, die ihre wissenschaftlichen Grundlagen und Bedingungen 
besitzt. Diese wirtschaftliche Seite der Staatstätigkeit, in seinen 
Einnahmen und Ausgaben zusammengefaßt, als Staatshaushalt, bildet 
das Finanzwesen als organischen Teil der Staatstätigkeit. 
Der Staat ist das soziale Gebilde, in welchem ein bestimmter 
Teil der Menschheit, eine Nation, ihr Leben lebt und ihre histo 
rischen Aufgaben, ihre sogenannte Mission erfüllt. Diese Aufgaben
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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