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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

218 
4. Bncli. V. Teil. Die Steuern. 
der Staat ist dieser Auffassung gemäß eigentlich eine im Dienste 
der* Produktion stehende Institution, ein großartiger kapitalistischer 
Organismus. Am weitesten geht in dieser Richtung die sogenannte 
Reproduktionstheorie, deren Auffassung gemäß die Staatsbürger im 
Werte der Güter, deren Produktion der Staat durch die Staats 
tätigkeit befördert, den Wert der Steuer rückerstattet erhalten. 
Ähnliche Auffassung vertritt die Theorie, welche die Staatstätig 
keit im strengen und unmittelbaren Sinne des Wortes produktiv 
nennt (nach Stein erzeugt die Steuerkraft die Steuer, die Steuer 
erzeugt die Verwaltung, die Verwaltung erzeugt die Steuerkraft) 
und deren eine Erscheinungsform die Theorie ist. daß der Staat 
eigentlich das wichtigste Produktionskapital ist, das bei der Pro 
duktion mitwirkt. Auch die Auffassung gehört hierher (Duc de 
Broglie), daß der Staat eine Unternehmung ist zur Herbeischaffung 
der allgemeinen Vorbedingungen der gesellschaftlichen Produktion. 
2. Außer jenen Theorien, welche den wirtschaftlichen Charakter 
der Steuer darin erblicken, daß durch die Steuer die produktive 
Tätigkeit des Staates in Bewegung gesetzt wird, finden wir Theorien, 
die die Steuer als eine Verkehrserscheinung betrachten. Demnach 
ist die Steuer einfach ein Verkehrsakt, ein Tauschgeschäft, bei dem 
der Staat für seine Leistungen die Steuer bekommt. Diese Theorie 
ist in gewisser Beziehung Konsequenz der Vertragstheorie, der ent 
sprechend in dem Gesellschaftsvertrage die Einzelnen auch die 
Pflicht übernehmen, für die durch den Staat zu erfüllenden 
Leistungen Steuer zu zahlen. Die Theorie hängt auch enge mit 
dem rein privatwirtschaftlichen Gesichtspunkte zusammen, daß hier 
Leistung und Gegenleistung sich gegenüberstehen. Die Tausch 
theorie führt in natürlicher Folge ebenso zur Einschränkung der 
Staatstätigkeit, wie die Produktionstheorie zu deren Ausdehnung, 
da ja in der Produktion die geopferten Werte stets reproduziert 
werden. Eine von der Tauschtheorie abgeleitete Auffassung ist 
jene neuere, mit Aufwand wissenschaftlicher Schärfe auseinander 
gesetzte Theorie, welche sowohl die Steuer, wie überhaupt alle 
staatlichen Einkünfte auf dieselbe Entstehungsursache zurückführt, 
wie in der Privatwirtschaft, nämlich auf die Dialektik des Wert 
begriffes. Jener Teil des Privateinkommens, welcher sonst zur 
Befriedigung schwächerer Bedürfnisse verwendet wurde, wird nun 
zur Befriedigung wichtigerer kollektiver Bedürfnisse verwendet. Sax 
sagt, jenes Gesetz, welches in der Privatwirtschaft die Erklärung 
der geringsten Werterscheinung bietet, enthält auch die Erklärung 
jener Erscheinung, welche in der erhabenen Sphäre des Staats 
lebens vor sich gehe. Trotzdem bemerken wir, daß wenn auch
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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