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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

246 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
sein, daß es den Veränderungen in der Steuerkraft gerecht werde, 
dort schonend, hier fordernd auftrete. Dies ist um so notwendiger 
als ja, wie wir an anderer Stelle schon bemerkten, die Bedürfnisse 
bei sinkendem Einkommen nicht sogleich reduziert werden können, 
hingegen bei steigendem Einkommen die Bedürfnisse nicht sogleich 
ausgedehnt werden, dort also die Abnahme, hier die Zunahme der 
Steuerkraft eine potenzierte ist. Zu den Krankheitsursachen der 
Steuerkräfte gehören namentlich wirtschaftliche Krisen, schlechte 
Ernten, Valutaverschlechterung, Kriege, politische Erschütterungen 
I usw. / Mit Rücksicht auf die stetigen mächtigen Wellenbewegungen 
des wirtschaftlichen Lebens, die das Auf- und Niedersteigen der 
Steuerkräfte, deren Entstehen und Vergehen mächtig beeinflussen, 
ist es von hoher Wichtigkeit, daß die Steuern fähig seien, die 
Aktion und Reaktion dieser Kräfte entsprechend zu reflektieren. 
Einkommensteuern, Vermögenssteuern, also im allgemeinen die Per 
sonalsteuern werden namentlich bei gehörigen Einrichtungen diesen 
Anforderungen viel besser entsprechen als Ertragssteuern,/und zwar 
je feingegliederter die Personalsteuern sind, desto besser. Auch 
wohl gewählte Verbrauchssteuern und Gebühren können diesem 
steten Wandel der Steuerkräfte gut folgen. Steuernachlässe auf 
der einen, Steuerzuschläge auf der anderen Seite müssen in gleichem 
Sinne funktionieren. 
Dem ewig wogenden Werdegang und Untergang der mensch 
lichen Dinge ist es auch zuzuschreiben, daß es ganz vergeblich wäre, 
wollte der Staat danach streben, die bestehenden Steuerkräfte zu 
erhalten. Im Gegenteil. Im Bewußtsein dessen, daß alle Steuer 
kräfte dem Untergang geweiht sind, früher oder später, muß das 
Augenmerk der Staatslenker darauf gerichtet sein, für die stete 
Erneuerung, die Entstehung neuer Steuerkräfte zu sorgen. Die 
Konservierung der bestehenden Steuerkräfte stößt auf eine Grenze, 
mit der gerechnet werden muß. Neben einer auf die mögliche 
Erhaltung der existierenden Steuerkräfte gerichteten konservativen 
Steuerpolitik muß also namentlich die progressive Richtung der 
Steuerpolitik befördert werden, damit möglichst viel neue Steuer 
kräfte entstehen und die Potenzierung der bestehenden Steuerkräfte 
gelinge. Hier berührt sich die Steuerpolitik mit einer richtigen 
Volkswirtschaftspolitik und einer erfolgreichen Sozialpolitik. 
Ein sehr wichtiger Unterschied hinsichtlich der Steuerkräfte 
ergibt sich aus der Tatsache, daß ein Teil der Staatsbürger über 
wiegend naturwirtschaftliches Einkommen bezieht, ein anderer Teil 
geldwirtschaftliches Einkommen. Das Landvolk ist bis zu einem 
gewissen Grade — sagt Schaffte — gewerbesteuer-, verzehrungs-
	        

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Grundzüge Der Theorie Der Statistik. G. Fischer, 1928.
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