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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

— 
262 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
beschütze, so wäre jeder Angriff, den die Besitzlosen gegen das 
Vermögen richten, berechtigt. Diese Auffassung hat auch etwas 
Verletzendes, denn sie bedeutet so viel, daß die Besitzlosen ansonst 
die Besitzenden angreifen und berauben würden. Übrigens ist diese 
Auffassung auch falsch, was sich leicht begreifen läßt. Die Steuer 
tritt ja eben, wie wir an anderer Stelle sahen, deshalb in den Vorder 
grund, weil die Tätigkeit des Staates auf verschiedenen Gebieten 
einen kommunistischen Zug besitzt, dem Ganzen dient, den Armen 
ebenso wie den Wohlhabenden: das öffentliche Unterrichtswesen, 
das öffentliche Gesundheitswesen; auf diesen Gebieten werden un 
entgeltliche Dienste geleistet, die gerade den unteren Klassen zum 
Vorteil gereichen. Diese Auffassung, welche die Motivierung einer 
allgemeinen und einzigen Vermögenssteuer bilden sollte, will auf die 
Tätigkeit des Staates ein solches Prinzip anwenden, dem unsere Zeit 
längst entwachsen ist. 
Die einzige Steuer, welche aller Wahrscheinlichkeit nach eine 
direkte Steuer wäre, würde nach der Ansicht mehrerer Theoretiker 
mit dem Nachteile verbunden sein, daß diese Steuer die unteren 
Klassen nicht belasten würde und so die modernen Demokratien 
sich zur leichtsinnigen Vermehrung der Staatsausgaben verführen 
ließen. 
2. Außer der einzigen Grundsteuer der Physiokraten sind noch 
folgende Vorschläge zu erwähnen: Im Jahre 1577 schlug Poncet 
eine nach der Größe des Vermögens abgestufte Steuer mit Be 
rücksichtigung der Zahl der Feuerstellen vor. Nach einem anderen 
Vorschlage sollte jeder Wohlhabende täglich einen Sou zahlen. 
Vauban und Boiguillebert nahmen beiläufig den zehnten Teil des 
Ertrages in Anspruch, wollten aber überdies auch andere Steuern 
beibehalten. Decker empfahl die nach dem Mietzins berechnete 
Raussteuer als einzige Steuer. Auch Mirabeau empfahl eine einzige 
Steuer, die im Wesen der Einkommensteuer entsprechen würde. 
Einer der neueren Vorschläge stammt von Meunier, der die einzige 
Steuer auf das Kapital (Vermögen) legen wollte. Das Ideal der 
Sozialisten ist die einzige Einkommensteuer. Pfeifer empfahl die 
einzige Verzehrungssteuer, welche ein verläßliches durchschnittliches 
Maß der Leistungsfähigkeit besäße, überdies selbst von seiten des 
Individuums leichter festgesetzt werden könnte, als das Einkommen, 
dessen Berechnung auch großen theoretischen Schwierigkeiten be 
gegnet; die Konsumtion ist auch leichter durch den Staat kon 
trollierbar, als das Einkommen. Als Haupttypen der einzigen Steuer 
figurieren namentlich die Grundsteuer, die Vermögenssteuer, die 
Einkommenssteuer, die allgemeine Verzehrungssteuer.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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