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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

A. XI, Abschnitt. Der Steuermonismus. 
263 
Es ist ersichtlich, daß der Steuermonismus namentlich in Frank 
reich Anhänger zählt. Den Anhängern der einzigen Steuer gegen 
über ist darauf hinzuweisen, daß es auch solche Finanzpolitiker 
gibt, die gerade für die Vielheit der Steuern schwärmen (Cornwall 
Lewis und Andere). Unter den Widersachern der einzigen Steuer 
finden wir auch Proudhon, der davon ausgeht, daß alle Steuern 
mit LTnvollkommenheiten belastet sind, wenn es also nur eine Steuer 
gäbe, alle Unvollkommenheiten und Fehler in dieser einen Steuer 
vereinigt wären. Wagner hält nicht nur die einzige Steuer für 
unmöglich, sondern auch daß mit einer einzigen Steuergruppe — 
direkte Steuern, indirekte Steuern — operiert werden könnte. Young 
sagt, jenes Steuersystem ist gut, daß an vielen Punkten sanft gefühlt 
wird, an keinem Punkte aber drückend. 
Eine leichtere Aufgabe als die Verwirklichung des Steuer 
monismus wäre die Anwendung eines einzigen Steuerfußes oder 
wenigstens eines einfachen Steuerfußes. Unbedingt ist es eine 
Forderung des gerechten Steuersystems, daß alle Steuerkräfte 
gleichmäßig in Anspruch genommen werden. Die Schwierigkeit 
liegt jedoch darin, die Größe der in den einzelnen Steuerquellen 
ruhenden Steuerkräfte und deren Verhältnis zueinander festzusetzen. 
Wäre dies zu erreichen, dann wäre die Anwendung eines einzigen 
oder wenigstens eines einfachen Steuerfußes leicht durchzuführen. 
So tauchte z. B. die Idee auf, daß der Steuerfuß sowohl nach dem 
Vermögen als nach dem Einkommen = 1 sei und zwar beim Ver 
mögen 1 Promille, beim Einkommen 1 Prozent, was etwa die 
doppelte Besteuerung des fundierten Einkommens bedeuten würde. 
Andere haben die Ausgleichung der verschiedenen bei Ertrags 
steuern angewendeten Steuerfüße gefordert. Dies ist vollkommen 
berechtigt und es muß auch danach gestrebt werden, daß dies er 
reicht werde. Freilich wird in diesem Punkte das Ideal nicht er 
reicht werden können, denn die aktive Kraft der einzelnen Steuer 
quellen gestattet kein strenges Messen, weshalb auch Schäffle dieses 
Streben, wenn auch etwas hyperbolisch, mit der Quadratur des 
Kreises vergleicht. 
An einem Punkte ist die Einheitlichkeit jedenfalls möglich und 
auch notwendig und zwar mit Bezug auf die Zeit, in dem Sinne, 
daß bei gleichartigen Steuern, z. B. bei auf Schätzung beruhenden 
Vermögens- oder Ertragssteuem die Schätzung in allen Zweigen des 
Steuersystems zur selben Zeit erfolge. 
3. Unter den neueren steuerpolitischen Bewegungen ist kaum eine, 
welche in stärkeren Wellen zum Ausdruck kam, als die amerika 
nische Single-tax-Bewegung. Die Bewegung geht von dem Gedanken
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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