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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

276 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
des Steuersubjektes ab, deren Folge es ist, daß dasselbe Einkommen 
bei verschiedenen Personen eine verschiedene Steuerkraft, eine ver 
schiedene Leistungsfähigkeit bedeutet. 
Im Interesse der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit 
wurden namentlich folgende Forderungen aufgestellt: 1. Die Be 
steuerung der höheren Einkommen resp. Vermögen nach einem 
progressiven Steuerfuße; 2. Steuerfreiheit der nur zur Fristung des 
Lebens hinreichenden kleinsten Einkommen; 3. die differentiale 
Besteuerung der Einkommen aus Arbeit und Vermögen; 4. die 
differente Besteuerung der aus Arbeit stammenden Einkommen, 
je nachdem dieselben gesichert sind oder nicht. Diese vier Postu 
late gehören zu den wichtigsten Problemen der Steuerpolitik. Wir 
werden dieselben selbständig in Untersuchung ziehen. 
IV. Abschnitt. 
Das Prinzip der Steuerprogression. 
1. Bei Gelegenheit der Verhandlung des Einkommensteuer 
gesetzes in Baselland im Jahre 1848 hörte man, als ein Antrag auf 
Einführung des progressiven Steuerfußes geschah, den Zwischenruf: 
Das ist die Bede des Anführers einer Bäuberbande. John Stuart 
Mill nannte den progressiven Steuerfuß den abgestuften Baub 
(„gratuated robbery“), Eisenhardt spricht von nackter Beraubung, 
Umpfenbach von selbstmörderischem Kommunismus. Sehr häufig 
wird die Einführung des progressiven Steuerfußes als Sieg des 
Sozialismus bezeichnet, wo derselbe oft gerade demselben eine 
Schranke setzen kann, fehlt es ja nicht an Sozialisten, die Gegner 
des progressiven Steuerfußes waren, wie Proudhon, dagegen konser 
vative Schriftsteller (Schmitthenner, Baumstark), die denselben be 
fürworteten. In Neufchatel hat die Volksabstimmung gegen den 
progressiven Steuerfuß Stellung genommen. Solche Steuerfüße 
freilich, welche bald das Stammvermögen angreifen und die Wurzeln 
vernichten würden, aus denen die Volkswirtschaft sich ernährt, 
Progressionen bis 30, 50 Prozent sind freilich unanwendbar. Von 
solchen ruinösen Progressionen kann natürlich nicht die Bede sein 
und wenn vielleicht auch hie und da exzessive Steuerfüße empfohlen 
wurden, so kann auch hier nicht für jede Idee die Verantwortung 
übernommen werden. Gegen den progressiven Steuerfuß haben
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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