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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

B. IV. Abschnitt. Das Prinzip der Steuerprogression. 
277 
namentlich die französischen Schriftsteller Stellung genommen. Nach 
der Ansicht von Leroy-Beaulieu hat der progressive Steuerfuß 
keinerlei rationelle Basis, das ganze ist nichts als Sentimentalismus. 
Raub oder Willkür sind nach Stourm die letzten Konsequenzen 
des progressiven Steuerfußes. Wolowski nennt den progressiven 
Steuerfuß vernichtend und traurig („destructive et funeste“). 
Diese wenigen Daten zeigen, daß manche in dem progressiven 
Steuerfuße drohende Gefahren für die Gesellschaft erblicken, um 
so wichtiger ist es, dessen Natur genau zu untersuchen. 
2. Wie wir sahen, hat sowohl die wirtschaftliche als die soziale 
Entwicklung des Staatslebens es mit sich gebracht, daß die Steuer 
zur Haupteinnahmequelle des Staates wurde. Die große Bedeutung 
des Steuerwesens hat zur Folge, daß man mit großer Sorgfalt die Quelle 
der Steuer zu erforschen suchte, bis man diese in der Leistungs 
fähigkeit der Staatsbürger entdeckte. Damit wurde es aber wieder 
notwendig, das richtige Maß für die Leistungsfähigkeit zu suchen, 
was hiermit zum Hauptproblem des ganzen Steuerwesens wurde. 
Die Leistungsfähigkeit können wir auf die Weise bestimmen, 
daß wir die gesamten zur Verfügung der Einzelnen stehenden wirt 
schaftlichen Mittel untersuchen, unter diesen in erster Reihe das 
Einkommen. In diesem Falle wird die Besteuerung der Einzelnen 
im Verhältnisse ihrer wirtschaftlichen Mittel geschehen, von der 
Auffassung ausgehend, daß derjenige, der das Doppelte dieser wirt 
schaftlichen Mittel sein eigen nennt, doppelt so viel zu steuern ver 
mag. Dieser Gedankengang führt zum proportionalen Steuer 
fuß, welcher dort, wo der Steuerfuß in Perzenten ausgedrückt wird, 
ein unveränderliches Perzentuale fordert, denn jede Steuerquelle 
wird in dem Verhältnisse mehr oder weniger zahlen, als sie größer 
oder kleiner ist als eine andere Steuerquelle. Bei dem proportio 
nalen Steuerfuß ist aber die Steuer dem zu besteuernden Einkommen 
proportional. Das Verhältnis zwischen Einkommen und 
Steuer fuß ist ein bleibendes, unveränderliches. 
Andererseits kann von dem Gedanken ausgegangen werden, daß 
mit der Zunahme der Größe der Steuerquellen, namentlich des 
Einkommens, der entbehrliche Teil desselben zunimmt, also ein 
größerer Teil zur Deckung der Staatsbedürfnisse überlassen werden 
kann, ohne daß dies für den betreffenden ein größeres Opfer be 
deuten würde. Bei gleichem Einkommen wäre das in der Steuer 
zu bringende Opfer gleichfalls arithmetisch gleich, bei- ungleichem 
Einkommen, ungleichen Steuerquellen wäre aber diese Gleichheit 
die größte Ungleichheit, denn von einem größeren Einkommen kann 
ein progressiv größeres Opfer leichter getragen werden, als von
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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