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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

« 
278 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
einem geringeren Einkommen ein relativ kleineres Opfer. Die von 
der Forderung der Gleichheit des Opfers ausgehenden Theorien 
mußten mit der Zeit notwendigerweise zu dem Resultate kommen, 
daß sie die Gestaltung der aus dem Einkommen verschiedener 
Größe zu befriedigenden Bedürfnisse ins Auge faßten. So sagt 
Meyer, daß jegliche Steuerzahlung die Unterdrückung gewisser Be 
dürfnisse nötig macht, aber bei den kleinen Einkommen gehören 
die derart unbefriedigten Bedürfnisse zu denen erster Ordnung, bei 
den größeren Einkommen dagegen zu den weniger dringenden, die 
Gleichheit der Opfer wird daher nur dann erreicht werden, wenn 
in letzterem Falle der Abzug ein größerer ist. Pierson sagt in 
gleichem Sinne, es muß danach getrachtet werden, daß bei Jeder 
mann der durch die Steuer vereitelte Genuß in gleichem Verhält 
nisse stehe zu den Gesamtgenüssen. 
Aus diesen Reflexionen entspringt die Idee des progressiven 
(„differential“) Steuerfußes, deren Forderung darin besteht, daß mit 
der zunehmenden Größe der Steuerbasis auch der Steuerfuß pro 
gressiv zunehme, die Steuerlast also nicht nur proportional, sondern 
in progressiv steigendem Verhältnisse zunehme. Bei diesem System 
wächst also mit dem Steuerfuß auch die Steuerlast in dem Maße, 
als das Einkommen, die Steuerbasis wächst. Hier ist also das 
Verhältnis zwischen Steuerbasis und Steuerschlüssel 
ein veränderliches. Der progressive Steuerfuß ist eigent 
lich eine Zusammenfassung verschiedener Steuerfüße; jede Ein 
kommensgruppe hat ihren eigenen Steuerfuß und zwar ist der 
Steuerfuß in jeder höheren Einkommensklasse ein höherer. Die 
Steuerlast wächst also nicht einfach proportional, in dem Verhältnis 
der Größe des Einkommens, sondern in stetig wachsendem Maße. 
Der progressive Steuerfuß zeigt eine verschiedene Einrichtung. 
Er kann proportioned progressiv und progressiv progressiv sein, resp. 
der progressive Steuerfuß wächst stets in gleichem Verhältnisse, 
sagen wir um 1 Prozent, oder er steigt in progressivem Maße, an 
fangs mit 1, dann 2, 3 Prozent usw. Im allgemeinen Sinne genommen 
ist natürlich auch der progressive Steuerfuß ein proportionaler 
Steuerfuß. 1 ) Der progressive Steuerfuß kann so eingerichtet sein, 
daß die Progression bei einem gewissen Punkte stille steht, der 
Steuerfuß ist bis zu einer gewissen Höhe progressiv, dann hört die 
') Die Ausdrücke proportionaler und progressiver Steuerfuß sind gewiß 
nicht klar genug. Im Grunde ist ja auch beim proportionalen Steuerfuß die 
Steuerleistung eine zunehmende, progressive, wie auch Seligmann bemerkt, daß 
auch der progressive Steuerfuß proportional ist, jedoch in progressiver Proportion 
fortschreitend.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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