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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

B. IV. Abschnitt. Das' Prinzip der Steuerprogression. 279 
Progression auf und der Steuerfuß ist einfach proportional. Dieser 
Steuerfuß wird als degressiver Steuerfuß bezeichnet und sollte 
besser beschränkt progressiv heißen. Es könnte von einem 
gemischten Steuerfuß gesprochen werden, oder von einem mit 
Progression verbundenen proportionalen Steuerfuße, wobei bis zu 
einer gewissen Höhe der Steuerfuß progressiv, von da ab propor 
tional ist. Die Eigentümlichkeit des degressiven Steuerfußes besteht 
darin, daß hier jener unliebsame Schein vermieden wird, als ob es 
sich um eine Verfolgung der großen Einkommen handle, der Steuer 
fuß bedeutet mehr eine Erleichterung für die kleinen Einkommen, 
als eine Überlastung der großen. Die Betonung ruht gewissermaßen 
mehr darauf, daß die kleinen Einkommen geringer, als daß die 
großen Einkommen höher besteuert würden, obwohl eines ohne das 
andere nicht möglich ist. Es handelt sich um eine gefällige Form 
anstatt einer odiosen. „Die Kinder, die hören es gerne.“ Formell 
ist zwischen dem progressiven und dem degressiven Steuerfuß von 
obigem, nämlich dem Stillstände der Progression abgesehen, kein 
Unterschied, denn jeder degressive Steuerfuß ist von unten gesehen 
progressiv und jeder progressive Steuerfuß von oben gesehen, de 
gressiv. Aber bei dem degressiven Steuerfuß fallen alle Einkommen 
von einer gewissen Höhe unter den gleichen, unveränderlichen 
Steuerfuß, während die unter dieser Höhe bleibenden Einkommen 
nach einem degressiven, abnehmenden Steuerfuß besteuert werden. 
Von prinzipieller Bedeutung ist, daß der degressive Steuerfuß dem 
Anwachsen des Steuerfußes eine Grenze setzt, wodurch einer der 
schwersten Einwände gegen den progressiven Steuerfuß wegfällt. 
Noch sprechen einzelne Schriftsteller vom regressiven 
Steuerfuße (Stein), wenn mit der Höhe des Einkommens der 
Steuerfuß abnimmt. Natürlich ist dies ein höchst ungerechtes 
Vorgehen, trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, daß gewisse Steuern 
nach unten progressiv wirken, was aber nicht Folge des Steuerfußes 
ist. Ein regressiver Steuerfuß hat auch die ganz merkwürdige 
Motivierung gefunden, daß eigentlich für ein kleines Einkommen 
jeder Teil einen größeren Wert, Grenzwert vertritt. Einen inter 
essanten Fall des regressiven Steuerfußes finden wir in der Stadt 
l ) Diesen formellen Unterschied wollte wohl Wagner zu einem „prinzi 
piellen“ steigern, indem er sagt, daß der degressive Steuerfuß eine Treppe mit 
wenig Stufeu ist, welche bald ins Stockwerk führt, während der progressive 
Steuerfuß endlos ist. Br übersieht dabei, daß auch der degressive Steuerfuß, 
wenn er konsequent sein wollte, eine endlose Tieppe wäre, in seiner üblichen 
Anwendung aber, bei den großen Einkommen, die Degression aufhört; ebenso 
könnte ja auch der progressive Steuerfuß bei den höheren Einkommensstufen 
aufhören und dann würde er auch bloß aus wenigen Stufen bestehen.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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