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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

306 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
VI. Abschnitt. 
Die volkswirtschaftlichen Postulate des Steuersystems. 
1. Von großer Wichtigkeit sind die volkswirtschaftlichen Postulate 
des Steuerwesens. Diese Postulate sind in überwiegendem Maße 
negativer Natur. Sie betonen, daß die Besteuerung alles vermeide, 
was der Volkswirtschaft schaden könnte; sie soll gewissermaßen 
für die Volkswirtschaft unbemerkbar wirken und schaffen. Sie 
störe weder die Produktion, noch die Konsumtion, weder den Ver 
kehr, noch die Einkommensverteilung in ihrer natürlichen Gestaltung. 
Vom Standpunkte der Produktion wird insbesondere gewünscht, daß 
die Steuer die Produktionskräfte nicht angreife, und zwar weder 
das Kapital noch die Arbeitskraft, sie hindere nicht die zweck 
mäßigen Einrichtungen und Methoden der Produktion, sie ändere 
nicht die relativen Beziehungen der einzelnen Produktionszweige 
zueinander und deren naturgemäße Örtliche Verteilung. Die Steuer 
mindere nicht das Streben der Kapitalbildung, wenn auch die wort 
gemäße Wahrheit des Kicardo’schen Satzes, wonach alle Steuern 
die Tendenz haben, die Kraft der Akkumulation zu schwächen, 
nicht zu leugnen ist. 1 ) Die Steuer störe nicht die Entfaltung der 
Arbeitskraft und deren entsprechende Verwendung. Nichts ist 
charakteristischer für die kapitalistische Denkart der älteren Volks 
wirtschaftslehre als die Tatsache, daß sie bei Besprechung der volks 
wirtschaftlichen Postulate des Steuerwesens fast ausschließlich nur 
von der Schonung des Kapitals sprach. Was die Konsumtion be 
trifft, so soll die Steuer die Konsumtion des Volkes nicht herab 
mindern; sie soll nicht das Resultat herbeiführen, daß das Volk 
seine Bedürfnisse in Waren schlechterer Qualität zu befriedigen 
gezwungen sei oder überhaupt die Befriedigung wichtiger Bedürf 
nisse unterdrücken müsse. Den Verkehr stört die Besteuerung 
namentlich dadurch, daß sie denselben vielen lästigen Kontrollen 
unterwirft, denselben an gewisse Verfahren, an gewisse Zeitpunkte 
und Orte bindet. 
Die Beobachtung der volkswirtschaftlichen Postulate ist schon 
aus dem Grunde wichtig, weil häufig die Erfahrung gemacht werden 
kann, daß der Staat auf dem Gebiete der Volkswirtschaftspolitik 
Opfer bringt zur Beförderung gewisser wirtschaftlicher Interessen, 
welche er dann auf dem Gebiete des Steuerwesens schwer verletzt 
und so mit sich selbst in kostspieligen Widerspruch kommt. 
l ) Works, 8. 88.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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