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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

310 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
und Nachfrage nicht verändern; Preis Veränderungen treten nicht 
deshalb ein, weil sich Überwälzungsbestrebungen betätigen, sondern 
umgekehrt. Überwälzung kann dann stattfinden, wenn die Preise 
sich verändern, was von Angebot und Nachfrage abhängt. Aber 
wie bemerkt, auch ohne Überwälzung wird der Preis stets das Ver 
hältnis von Angebot und Nachfrage voll zum Ausdruck bringen. 
Wenn sich eine große Nachfrage nach einem Industrieartikel zeigt, 
so wird dessen Preis mit und ohne Steuerüberwälzung steigen; der 
Gewerbetreibende wird also aus dem Verkauf mehr gewinnen, als 
früher und wenn zufälligerweise in demselben Zeitpunkte seine 
Steuer erhöht würde, so wird man die Preissteigerung der Über 
wälzung zuschreiben, während doch trotz neuer oder höherer Steuer 
der Preis nicht gestiegen wäre, wenn dies nicht die Verhältnisse 
von Angebot und Nachfrage zur Folge hätten. Die Überwälzung 
ist somit mehr Sache der Interpretation, der Preis wäre auch sonst 
gestiegen, das Überwälzungsstreben an sich hat keinen entscheiden 
den Einfluß. Bei günstigen Marktverhältnissen wird also die Über 
wälzung möglich sein, aber die Überwälzung kann die günstige 
Preisgestaltung nicht hervorrufen. 
Die Steuerüberwälzung setzt demnach die für die Überwälzung 
günstige Gestaltung von Angebot und Nachfrage voraus, ohne welche 
der Preis sich nicht ändern kann, die unmittelbare Ursache ist aber 
die Veränderung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage. 
Wenn aber doch die Steuerüberwälzung ohne Änderung von An 
gebot und Nachfrage stattfände, so ist dies nur daraus zu erklären, 
daß der Preis den Verhältnissen von Angebot und Nachfrage nicht 
entsprach, daß hier eine gewisse Irregularität in der Preisbildung 
zu konstatieren ist, ein Vakuum, infolge des Wachsens der Steuer 
last das Bestreben nach Überwälzung diesen Zustand aufdeckte und 
klar machte, daß den obwaltenden Verhältnissen von Angebot und 
Nachfrage eine andere Preisformel entspricht. Die Steuerüber 
wälzungstendenz ist hier gewissermaßen der Pfadfinder, der in die 
Bahn der richtigen Preisgestaltung hinführt. Natürlich bezieht sich 
dies nur auf Steuern, die nicht die Bestimmung haben, vom Steuer 
subjekt überwälzt zu werden, sondern die vom Steuersubjekt selbst 
zu tragen wären. 
Die Steuerüberwälzung ist also auch hier nicht so sehr Ursache, 
als Gelegenheit zu richtiger, dem Verhältnis von Angebot und Nach 
frage entsprechender Bestimmung der Preise. Als unmittelbare 
Ursache der Veränderung der Preisformel kann die Steuerüber 
wälzung nur in dem Falle gelten, wenn Angebot oder Nachfrage 
aus irgendeinem Grunde die Verhältnisse unrichtig beurteilten,
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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