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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

312 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
ein anderes Mal nicht. Auch Vocke erklärt, daß die Frage der 
Überwälzung eigentlich nicht in die Finanzwissenschaft gehöre. 
Mayer (Prinzipien der gerechten Besteuerung) schildert die Über 
wälzung folgendermaßen. Wenn unter Steuerüberwälzung verstanden 
wird, daß die Steuer in einem weiteren Kreise ihre Wirkungen 
fühlbar macht, als in der Wirtschaft der unmittelbar Steuernden, 
dann muß gesagt werden, daß jede Steuer überwälzt wird. Wenn 
unter Steuerüberwälzung verstanden wird, daß die Steuerzahler die 
Wirkung der Steuer von sich abstoßen, dann muß gesagt werden, 
daß es keine überwälzbare, wenigstens nicht vollständig überwälzbare ' 
Steuer gebe. Auch Koscher sagt, daß die Wirkung der Steuer 
auf die Preise nicht voraus zu bestimmen ist; nur so viel kann mit 
Bestimmtheit behauptet werden, daß die Wirkung der meisten 
Steuern über den Kreis der Steuerzahler hinaus reicht; ansonst 
kann nur von Überwälzungskämpfen die Rede sein, deren Gelingen 
in manchen Fällen konstatierbar ist, alles andere ist Hypothese. 
Auch Schäffle kennt nur Überwälzungskämpfe, welche in einzelnen 
Fällen zum Siege führen, aber die Voraussetzungen dieses Sieges 
sind bei der großen Kompliziertheit des Verkehrs gänzlich unbekannt. 
Diese Auffassung unterscheidet sich also wesentlich von jener, welche 
nicht nur behauptet, daß jede Steuer vom Produzenten auf den 
Konsumenten überwälzt wird, was namentlich mit der Theorie 
Ricardo's zusammenhängt und auch die Auffassung Stein’s charak 
terisiert, sondern hieraus auch jene Konsequenz ableitet, daß aus 
diesem Grunde jede alte Steuer gut ist, weil hier die Überwälzungs 
prozesse schon zur Ruhe gekommen sind — der sogenannte Canar- 
dismus — die Steuer also auf jede Schultern abgewälzt ist, die 
dieselbe zu tragen am geeignetsten sind; jede neue Steuer hinwieder 
ist schlecht, weil sie neue Überwälzungskämpfe hervorruft. Jener 
bequeme Standpunkt der Steuerpolitik, daß, wie schlecht auch eine 
Steuer sei, die Überwälzung dies korrigieren wird, ist nicht nur 
der größte Optimismus, sondern auch die leichtsinnigste Staats 
weisheit. 
3. Die Überwälzung der Steuer zeigt große Verschiedenheit je 
nach der Art der Fälle. Es gibt wirtschaftliche Gruppen, die die 
Steuer nicht überwälzen können, nachdem ihr Einkommen im ganzen 
oder für eine Zeitlang fixiert ist. Diejenigen, die von fixen Be 
zügen leben, können die Steuer nicht überwälzen, ebensowenig jene, 
deren Einkommen vertragsmäßig festgesetzt ist für eine jqahx-jninder,^. 
lange Zeit, Einkommen aus der Verpachtung der Güter, Vermietung 1 
von Häusern, Kapitalsdarlehen. Nicht überwälzbar ist die Steuer 
bei gesetzlich festgelegten Preisen, Taxen, Tarifen, insolange diese
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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