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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

314 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
des Erwerbes; im ersteren Falle wird das Bestreben sich energischer 
kundgeben; ob es ans Ziel kommt, ist jedoch ganz unbestimmt. Es 
hängt hauptsächlich davon ab, wie leicht oder schwer es ist, den 
ungünstigen Verhältnissen zu entgehen. Darum wird die Steuer 
überwälzung dem beweglichen Kapital leichter gelingen, als dem 
unbeweglichen, dem kaufmännischen leichter als dem industriellen, 
der Arbeit niederer Ordnung leichter als der geistigen Arbeit, dem 
Kapital leichter als der Arbeit usw. Bei Waren, die entbehrlich 
sind, ist die Überwälzung schwerer als bei unentbehrlichen, bei ver 
tretbaren schwerer als bei unvertretbaren, bei durch die Konkurrenz 
vermehrbaren schwerer als bei anderen. Ein Unterschied ergibt 
% sich auch daraus, ob der Produzent mehr^e^ger Herrschaft über 
' den Markt besitzt oder nicht. Je mehr der Markt durch Über 
einkommen beeinflußt werden kann, um so leichter gelingt die 
Überwälzung. 
4. Auch praktisch ergeben sich bei der Steuerüberwälzung 
große Schwierigkeiten, da der Steuerbetrug oft in sehr kleine Teile 
zerlegt werden muß. Nehmen wir an, daß der Staat die Erwerb 
steuer von 10 auf 12 Prozent erhöht. Ein Kaufmann, der bisher 
4000 Mark Erwerbsteuer bezahlte, soll in Zukunft 4800 Mark be 
zahlen. Wenn die Erwerbsteuer 10 Prozent beträgt, so entspricht 
die Steuer von 4000 Mark einem Einkommen von 40000 Mark, 
was beiläufig einen Umsatz von 1 Million Mark voraussetzt. Wir 
wollen aber nur einen Umsatz von 500000 Mark annehmen, auch 
dann unterliegt es keinem Zweifel, daß die Verteilung der neuen 
Steuer im Betrage von 800 Mark auf diesen Umsatz resp. auf die 
einzelnen Umsätze, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und was vom 
Kauf manne gilt, das gilt gleichermaßen vom Gewerbsmann, vom 
Kechtsanwalt, vom Arzt, mit einem Worte, von allen Berufen, in 
denen die einzelnen Leistungen keinen besonders hohen Wertbetrag 
repräsentieren. Eine Ausnahme bilden jene Fälle, in denen einzelne 
Transaktionen große Summen betragen. Die Theorie hat hier das 
Phänomen der Dispersion vernachlässigt, den Umstand, daß bei der 
Aufteilung Kraft verloren geht. Demgegenüber hilft in dem ange 
führten Falle nicht so sehr die eigentliche Überwälzung, sondern 
die Abwälzung oder Kückwälzung. Der Kaufmann kann weniger 
Hilfskräfte verwenden, kann bei Beleuchtung usw. sparen. Auf die 
Überwälzung kann dann gerechnet werden, wenn es sich um stärkere 
Belastung handelt, um die Einführung von drückenden Steuern, 
von drückenden Steuererhöhungen, der weiteren Belastung bereits 
überlasteter Steuerquellen. Aber auch in diesem Falle kann sie 
nur unter den oben angegebenen Bedingungen gelingen.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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