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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

334 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
welche mit der Zahlungsfähigkeit nicht in unmittelbarem Zusammen 
hang stehen. Hierzu kommt noch der Umstand, daß die direkten 
Steuern von solchen Tatsachen ausgehen, die die Gesamtsteuerkraft 
oder wenigstens einen ansehnlichen Teil derselben festzustellen ge 
statten, während andere Steuern aus einzelnen isolierten Tatsachen 
geschaffen und immer nur auf einen Bruchteil der präsumierten Steuer 
kraft zu schließen gestatten. Da aber die Kontrolle solch einzelner 
Tatsachen oft viel schwieriger ist, als die jener großen Kategorien, 
die mit der Einkommenheschaffung zusammenhängen, so verursachen 
die direkten Steuern in der Kegel wenigstens einerseits weniger 
Mühe und Kosten, andererseits geringere Beunruhigung des Staats 
bürgers und geringere Störung des wirtschaftlichen Lebens. 
Da das Einkommen geringere Schwankungen zeigt als der 
Konsum, so zeigen die Einnahmen aus den direkten Steuern größere 
Beständigkeit als die anderer Steuern. Die Konsumtion ist be 
ständigen Schwankungen unterworfen; die geringsten Umstände 
nehmen darauf Einfluß; das Einkommen dagegen, die Basis der 
Existenz des Individuums, zeigt gewöhnlich größere Beständigkeit. So 
hat man in Frankreich die Erfahrung gemacht, daß politische Un 
ruhen die Einnahmen aus den indirekten Steuern mindern, während 
sie die aus den direkten Steuern weniger berühren, was übrigens 
Leroy-Beaulieu auf Grund späterer Daten bezweifelt. Darum sehen 
Thiers, Garnier-Pages einen Hauptvorteil der direkten Steuern in 
ihrer Solidität. 
Besondere"- Wichtigkeit besitzen die direkten Steuern, weil sie 
im allgemeinen bei guter Organisation die Volkswirtschaft am 
wenigsten stören, da sie weder in die Produktion, noch in die 
Zirkulation und Konsumtion unmittelbar eingreifen. Dies gilt in 
erster Linie von der Einkommensteuer, schon weniger von den Er 
tragssteuern und Verkehrssteuern. 
In politischer Hinsicht wird den direkten Steuern der Vorteil 
zu geschrieben, daß infolge des unmittelbar durch dieselben aus 
geübten Druckes, die Völker gegen abenteuerliche Unternehmungen 
im allgemeinen besser geschützt sind. Leroy-Beaulieu widerlegt 
diese Auffassung mit einigen interessanten Beispielen, doch beweisen 
diese nur, daß mächtige Einflüsse ein Gegengewicht ausüben können; 
die Erhebung der direkten Steuern wird immer qjnem größeren Wider 
spruch begegnen, als die Einführung der einen oder anderen Ver 
zehrungssteuer, denen sich bis zu einem gewissen Grade der Einzelne 
entziehen kann. 
3. Theoretisch sind unbedingt die direkten Steuern die voll 
kommensten; zu dieser theoretischen Güte gesellen sich aber große
	        

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Borrowing and Business in Australia. Oxford university press, H. Milford, 1930.
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