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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

D. I. Abschnitt. Direkte und indirekte Steuern. 
351 
die Einnahme des Tabakmonopols bloß 50000 Grulden, im vorher 
gehenden Jahre 300000 Gulden; d) die indirekten Steuern geben 
reichlich Gelegenheit zu Reibungen zwischen Staatsbürger und 
Staat; Schmuggel, Betrug einerseits, Bestechung von Beamten 
andererseits sind an der Tagesordnung. Der Finanzbeamte sieht 
in jedem Staatsbürger eine Person, die den Staat betrügen will, 
muß also jeden demgemäß behandeln, fortwährend verdächtigen, 
nachforschen, spionieren. Die Staatsbürger werden unerträglichen 
Plackereien ausgesetzt, so viele Formalitäten müssen beobachtet 
werden, in deren Maschen ungestraft sich zu bewegen fast 
unmöglich ist. Die Statistik der Gesetzesübertretungen zeigt deut 
lich, welche demoralisierende Wirkung die indirekte Steuer auf das 
Volk ausübt. 
8. Blicken wir auf unsere bisherigen Erörterungen zurück, so 
kommen wir zu dem Resultate, daß dieselben für die indirekten 
Steuern sich nicht so günstig gestalten, als dies manche neuere 
Forscher und manche Staatsmänner glauben machen wollen. Daß 
die indirekten Steuern vorläufig nicht zu entbehren sind, scheint 
auch mir unzweifelhaft; daß dieselben dort von größerer Bedeutung 
sind, wo sich ein Antagonismus gegenüber den direkten Steuern 
geltend macht, ist klar. Daß aber dieselben irgendein ideales, voll 
kommenes System der Besteuerung bieten würden, ist falsch. 
Es wurden Versuche gemacht zur Festsetzung dessen, in welchem 
Verhältnisse direkte und indirekte Steuern in einem rationellen 
Steuersystem zueinander stehen sollen. Diese Versuche führten 
zu keinem Resultate, konnten dies auch nicht, da dieses Verhältnis 
von vielen wechselnden Umständen abhängt. Selbst den Reichtum 
des Volkes kann man nicht als alleinigen Faktor betrachten, denn 
die Erfahrung zeigt, daß die indirekten Steuern sowohl in reichen 
als in armen Staaten eine Rolle spielen. 
Das Aufsteigen der Mittelklasse ist mit dem Bestreben ver 
bunden, die Steuerlast auf die unteren Klassen abzuwälzen. Dies 
zeigt sich in hohem Grade in Holland und England, wo diese 
Periode namentlich indirekte Steuern und Stempeln in Anspruch 
nimmt. In demokratischen Gemeinwesen und demokratischen Pe 
rioden sind in der Regel die direkten Steuern überwiegend, in 
anderen Staaten und Perioden die indirekten Steuern *). .Doch zeigt 
sich auch eine Gegentendenz. Nachdem die privilegierten Klassen 
von den direkten Steuern befreit wurden, konnten sie nur durch 
indirekte Steuern herangezogen werden. 
l ) Seligmann, Essays on taxation 8. 9.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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