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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

D. V. Abschnitt. Einkommensteuer. 
369 
die im einzelnen auf die Leistungsfähigkeit Einfluß ausüben. Auch 
gibt es keinen sicheren Schlüssel, welcher es gestatten würde, genau 
festzustellen, in welchem Maße die angeführten Momente die 
Leistungsfähigkeit beeinflussen; in welchem Maße das Haupt einer 
Familie zu besteuern sei, je nach der Größe der Familie, das läßt 
sich mit Genauigkeit nicht feststellen. Die gerechte Besteuerung kann 
hier also nur approximativ erreicht werden. Freilich ist das Ver 
fahren jedenfalls präziser, feiner, als bei den Ertragssteuern, die die 
Berücksichtigung der betreffenden Momente überhaupt nicht ge 
statten. 
7. Die Schwierigkeiten der Einkommensteuer zeigen sich schon 
bei der Festsetzung des Begriffes des Einkommens. Seit Hermann, 
der den Versuch machte, den Begriff wissenschaftlich zu fassen, 
wurde eine Reihe von Begriffsbestimmungen gegeben, bis Kleinwächter 
in der Verzweiflung des Gelehrten den gewagten Ausspruch tut 
dieser Begriff lasse sich überhaupt nicht fassen. Einige Gesetze, 
so das hamburgische, sächsische, österreichische wollen dem Übel 
dadurch abhelfen, daß das Gesetz selbst eine Definition des Begriffes 
gibt. Andere dagegen verzichten darauf und führen die haupt 
sächlichen Arten des Einkommens taxative an. Es unterliegt keinem 
Zweifel, daß die Feststellung des Einkommensbegriffes große 
Schwierigkeiten verursacht, daß derselbe überhaupt nicht mit solcher 
logischen Schärfe zu bestimmen ist, daß zweifelhafte Fälle aus 
geschlossen wären; es ist eben dem Reichtum des Lebens zu 
zuschreiben, daß derselbe in eine Definition nicht einzuschnüren ist. 
Besonders der Umstand verursacht Schwierigkeiten, ob unter Ein 
kommen bloß ein mit Regelmäßigkeit wiederkehrender Fond zur 
Bestreitung der Bedürfnisse zu verstehen ist oder ohne Rücksicht 
darauf, ob der Charakter der Kontinuität vorhanden ist oder nicht, 
jede Gesamtheit von Gütern, welche zur Befriedigung der Be 
dürfnisse ohne irgendeine Verschlechterung der materiellen Lage 
zur Verfügung steht? Eben wegen der aus diesem Unterschied 
stetig sich ergebenden theoretischen Unsicherheit halte ich es für 
notwendig, wie ich dies in meiner „Sozialökonomie“ erörtert habe, 
zwischen jährlichem und durchschnittlichem Einkommen zu unter 
scheiden. Die von der Sozialökonomie aufgestellte Einkommens 
definition hält gewöhnlich das durchschnittliche Einkommen vor 
Augen, aber eben der Einkommensteuer, die das tatsächliche 
Einkommen erfassen soll, entspricht dieser Begriff nicht; das jähr 
liche Einkommen soll die Grundlage der Besteuerung bilden, in 
dasselbe sind also auch solche Einkommen einzubeziehen, welche 
nicht regelmäßig wiederkehren und welche darum rationell dem 
Földes, Finanzwissenschaft, 24
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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