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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

376 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
die wirtschaftliche Funktion schlechter versieht, Waren minderer 
Qualität produziert oder das Bedürfnis sonstwie schlechter befriedigt, 
im Handel nicht die gewohnte Bequemlichkeit bietet, nicht die 
gewohnte Zuvorkommenheit beweist, kurzum mangelhafter die Auf 
gaben erfüllt. Überdies macht das Monopol die Kontrolle der 
Staatsbürger nötig, damit der Zweck des Monopols nicht vereitelt 
werde. Bei Waren, die nicht bloß dem menschlichen Konsum 
dienen, sondern auch sonst, z. B. bei der Produktion verwendet 
werden, wie z. B. Salz, wird die Verteuerung auf die Produktion 
schädlich einwirken; will jedoch der Staat den Bedarf der Produktion 
billiger befriedigen, dann muß er den betreffenden Artikel durch 
chemische Verfahren für den menschlichen Bedarf unbrauchbar 
machen, was jedenfalls ein irrationelles Vorgehen ist. In einzelnen 
Fällen kommt auch der Umstand in Betracht, daß der Staat durch 
das Monopol das Terrain der Privattätigkeit einengt. Diese Ein 
wendungen haben mehr weniger Gewicht und es ist unzweifelhaft, 
daß das Monopol als Besteuerungsmodus nur vorsichtig und in 
Ausnahmefällen Anwendung finden kann. 
Bei Beurteilung der Berechtigung des Monopols darf aber nicht 
davon ausgegangen werden, daß die Produktion, Zirkulation, Kon 
sumtion des betreffenden Artikels vollständig frei ist, da ja auch 
andere Besteuerungsarten, mit denen das Monopol zu vergleichen 
ist, die Gestaltung von Produktion, Zirkulation und Konsumtion 
modifizieren und belästigen. Wie wir an anderer Stelle sahen, 
haben auch die übrigen Formen der Verzehrungssteuer ihre großen 
Nachteile, auch diese stören die natürliche Gestaltung des wirt 
schaftlichen Lebens; auch diese können das wirtschaftliche Leben in 
falsche Richtungen lenken; auch diese setzen verschiedene Kontroll 
verfahren voraus; auch diese rufen Reibungen zwischen dem Staat 
und den Staatsbürgern hervor. Daß das Monopol den Kreis der 
Privattätigkeit einengt, gilt auch nur mit Bezug auf einen Teil der 
Unternehmertätigkeit, aber bei staatlichen Monopolen werden in den 
höheren Stellen Individuen Verwendung finden, die sonst der Klasse 
der Unternehmer angehören würden. 
Mit Rücksicht auf die gegenüber den Monopolen sich geltend 
machende Abneigung ist daran zu erinnern, daß die neue Zeit 
auf vielen Gebieten monopolistische Gestaltungen beförderte, da 
diese notwendigerweise aus dem Boden der modernen Wirtschaft, 
gerade infolge der bis zum Exzeß getriebenen Konkurrenz entstehen. 
Wenn aber eine Wahl getroffen werden muß zwischen staatlichen 
und privatwirtschaftlichen Monopolen, werden wir keinen Moment 
anstehen, den staatlichen den Vorzug zu geben, da diese jedenfalls
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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