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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

420 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
zu verdankenden Beträge. Die Besteuerung dieser Beträge besitzt 
mehr den Charakter der Besteuerung eines Genusses, der durch 
jedes Spiel gewährten Zerstreuung. Die Berechtigung dieser Steuer 
beruht darauf, daß im Spiel ein Teil des Einkommens resp. des 
Vermögens leichtsinnig verbraucht wird und der Staat kann nicht 
darauf verzichten, daß er aus moralischen Gründen dem Spiel einen 
Damm entgegensetze, wenn hierin auch wenig Erfolg zu erwarten 
ist, nachdem die Formen des Spiels so vielfältig sind, da ja auch die 
Verschlungenheit des modernen wirtschaftlichen Verkehrs reichlich 
Anlaß gibt zu Spiel und dem Spiel ähnlichen Spekulationen und 
Operationen. Wer einen Teil seines Einkommens zum Spiel ver 
wendet, zeigt jedenfalls, daß er entbehrliches Einkommen oder Ver 
mögen besitzt. Auch die Unüberwälzbarkeit spricht für diese Steuer. 
Sie kann auch leicht bei den das Spiel arrangierenden Unter 
nehmungen, Vereinen eingetrieben werden. Gleichfalls berechtigt 
ist die Besteuerung der ausgezahlten Gewinnste, welche in die Reihe 
des zufälligen, unerwarteten Vermögenszuwachses gehören. 
j) Außerordentliche Einkommen steigern jedenfalls die Steuer 
fähigkeit, zum mindesten relativ in Vergleich zur Vergangenheit, oft 
aber auch die allgemeine Steuerfähigkeit. Hierauf beruht die Be 
rechtigung der außerordentlichen Besteuerung dieser Einkommen. 
Wenn wir aber das moderne wirtschaftliche Leben näher ins Auge 
fassen, dann entdecken wir, daß dessen Kompliziertheit, Unüber- 
sehbarkeit auf allen Gebieten aleatorische Momente hervorruft, so 
daß auf allen Gebieten der Zufall sich geltend macht und damit 
die wirtschaftliche Tätigkeit spielartig sich gestaltet, also unerwartete, 
dem Zufall, dem Glücksfall zuzuschreibende Einkommen in Er 
scheinung treten. Schon die Produktion im allgemeinen führt unter 
dem Einflüsse des Zufalls, des Spiels, der Spekulation, der Kon 
junktur zu ungewöhnlichen Einkommen, noch mehr gewisse Zweige 
der Produktion. So hat der Handel unter dem Einflüsse günstiger 
Konjunkturen zu jeder Zeit Einzelnen große und außerordentliche 
Einkommen gebracht und heute haben sich unter dem Einflüsse 
des internationalen Börsenspiels und der Unmasse von Wertpapieren, 
die Chancen noch außerordentlich vermehrt. Überdies sind die 
Zunahme der Bevölkerung, die Wanderbewegung, der rasche Um 
schlag der Konsumtionsrichtungen — von den durch den Weltkrieg 
geschaffenen, in der Weltgeschichte einzig dastehenden Chancen 
abgesehen — ebensoviele Gründe für das intensive und häufige 
Auftreten von Konjunkturen. Wenn daher das ganze wirtschaftliche 
Leben diesen Charakter an sich trägt, so wird es natürlich zur Un 
möglichkeit, die in diesem außerordentlichen Einkommen unbedingt
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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