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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

432 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
degressiv oder progressiv, sondern hier entwickelt sich ein ganzes 
System. Da bei diesen Steuerfüßen die Hauptsache die Berück 
sichtigung der sozialen Lage ist, so wäre es wohl am zweckmäßigsten 
den Steuerfuß einen sozialen zu nennen, und dann wäre die etwas 
odiose Benennung „progressiv“ zu vermeiden. 
9. Es ist eine unleugbare Tatsache, daß der Mensch wohl mit 
gewissen Eigenschaften prunkt, dagegen andere gerne geheim hält. 
Dies ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Gewisse Dinge 
gehören so sehr dem intimen Leben des Individuums, der Familie 
an, daß jeder bestrebt ist, dieselben vor den neugierigen Augen 
Fremder geheim zu halten. Dies geschieht aus großer Empfindlich 
keit, falscher Scham, oder, weil das Individuum seine Verhältnisse 
nicht vor den Blicken aller Welt bloßlegen will. Die Intimität des 
Lebens und insbesondere des Familienlebens liegt oft darin, daß wir 
nicht vor jedem die Fenster öffnen. Die Zurückhaltung vor der 
Öffentlichkeit hat natürlich ihren Grund oft auch darin, daß die 
Öffentlichkeit mit Nachteilen verbunden wäre. Dies gilt namentlich 
in jenen Fällen, wo es sich um die wirtschaftlichen, um Vermögens 
und Einkommenverhältnisse, Erwerbsfähigkeit usw. handelt. Eigentlich 
steht der Staat einem fast unbesiegbaren Drang der menschlichen 
Natur gegenüber, wenn er die Beitragspflicht der Staatsbürger zu 
den Staatslasten auf einer Basis regelt, die das Eindringen in die 
wirtschaftlichen Verhältnisse notwendig macht. Das geschieht aber 
bei der Einkommensteuer, die eben darum eine persönliche Steuer 
ist, weil sie die genaue Kenntnis der auf das Einkommen und auf 
den Bedarf bezüglichen Daten notwendig macht. Die größte 
Schwierigkeit der Einkommensteuer ergibt sich daher daraus, daß 
sie die Erforschung der persönlichen Verhältnisse erfordert. Hierfür 
steht kein anderer Weg zur Verfügung, als die Mitwirkung der 
Steuerträger selbst. Diese Mitwirkung muß aber mit Garantien 
versehen werden, da sie sonst fehlschlägt, wie dies die Erfahrung 
in allen Staaten, die mit der Einkommensteuer Versuch gemacht 
haben, bezeugt. Bei der Einkommensteuer verursacht schon die 
große Verschiedenheit der Einkommensquellen große Schwierigkeiten 
bei der Erforschung der Steuerbasis. Bei dieser Steuer macht sich 
eben infolge der notwendigen Mitwirkung der Steuersubjekte das 
schamlose Bestreben nach Verheimlichung der Steuerbasis geltend, 
hat ja auch Pitt den ungünstigen Erfolg seiner ersten Einkommen 
steuer „schamloser Verheimlichung und skandalösem Betrug“ zuge 
schrieben. In Ungarn hat bei Gelegenheit der Verstaatlichung des 
Schankregales sich die schamlose Verheimlichung der Steuerquellen 
geoffenbart. Bei den Verhandlungen über die Erwerbssteuer für
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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