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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

F. I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
481 
Gewürze usw. c) Verzehrungsgegenstände dritter Ordnung, wie 
geistige Getränke, d) Luxusgegenstände, wie Tabak, feinere Weine 
usw. e) Gegenstände des geistigen Bedarfs, Papier, Zeitungen, 
Kalender, Klavier usw. 
Bei näherer Prüfung können wir überhaupt sagen, daß jede 
Kategorie der Bedürfnisse Gegenstand der Besteuerung bildet: Das 
Nahrungsbedürfnis, das Wohnungsbedürfnis, das Heizungs- und Be 
leuchtungsbedürfnis, das Bekleidungsbedürfnis, die geistigen Bedürf 
nisse, das Bedürfnis der Erholung, der Zerstreuung usw. Nament 
lich die großen Kosten eines Krieges zwangen einzelne Staaten, so 
England, Frankreich, die Vereinigten Staaten von Nordamerika zur 
Einführung einer Reihe von Verzehrungssteuern. In England ge 
schah dies erst in der Form der assessed taxes, dann als Akzise 
und Lizenz. Auf welche Gegenstände die Vereinigten Staaten im 
Bürgerkriege Steuern auswarfen, dafür sollen nur einige Beispiele 
dienen. Jährliche Steuer, also direkt veranlagte Verzehrungssteuer 
zahlten, die Wagen oder Schiffe zur eigenen Bequemlichkeit hielten, 
die Besitzer von Klavieren, Orgeln, Melodien oder sonstigem Saiten 
instrument, Besitzer von Billiarden, von goldenen oder vergoldeten 
Taschenuhren, von Silber- oder Goldservicen. Außerdem waren 
alle denkbaren Gegenstände besteuert, Kleider, Schuhe, Handschuhe, 
Sonnen- und Regenschirme, Fächer, Bücher, Instrumente, Arzneien, 
Parfümerien, Photographien, Karten, Zündhölzchen usw. Und diese 
Steuern waren sehr drückend, um so mehr, als sie von dem ganzen 
Werte des Gegenstandes zu bezahlen waren, obwohl ein Teil des 
Wertes bereits besteuert war; so mußte z. B. die Steuer nach dem 
ganzen Werte des gebundenen Buches bezahlt werden, obwohl das 
ungebundene Buch bereits besteuert war. Bekannt ist die erbitterte 
Klage des Engländers Sydney Smith gegen die englischen Ver 
zehrungssteuern: Wir zahlen Steuern von jedem Gegenstände, den 
wir in den Mund nehmen, der unseren Rücken bedeckt, der auf 
unseren Füßen ist, den zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen, 
zu betasten angenehm ist, der uns Wärme oder Licht gibt, der zur 
Ortsveränderung dient, von jedem Artikel, der auf der Erde, unter 
der Erde oder im Wasser ist, von allem, was wir im Inlande pro 
duzieren oder aus dem Auslande bringen, von jedem Rohstoff und 
von jedem neuen Wert, den der Kunstfleiß hinzufügt, von allem, 
was den Appetit des reichen Mannes erhöht und was ihm seine 
Gesundheit wiedergibt, von dem Talar des Richters und dem Strick 
des Gehenkten, vom Salze des Armen und von dem Gewürze des 
Reichen, vom Nagel des Sarges und vom Schleier der Braut, im 
Bett und beim Tisch, stehend und liegend, immer zahlen wir. Das 
31 
F öl des, Finanz Wissenschaft.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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