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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

502 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
Verwendung untersagt werden. Was endlich die Besteuerung des 
fertigen Produktes betrifft, so geschieht dies in der Form der 
Faßsteuer, resp. durch Anbringung von Steuermarken in dem 
Momente, wo das Bier in mit amtlichem Verschluß versehenen 
Fässern aus der Fabrik expediert wird. Die Besteuerung des 
Fertigproduktes hat den Nachteil, daß hinsichtlich der verschiedenen 
Qualitäten kein Unterschied gemacht werden kann, daß das nicht 
in Verkehr gesetzte, zum häuslichen Gebrauch verwendete Bier 
steuerfrei bleibt, daß sie Steuerdefraudationen begünstigt und darum 
strenge Kontrolle und Ahndung (in Amerika auch Freiheitsstrafe) 
notwendig macht. 
Von volkswirtschaftlichem Standpunkte ist es namentlich 
wünschenswert, daß auch die kleineren Fabriken prosperieren 
mögen, was mit Rücksicht darauf, daß dieselben in der Regel hin 
sichtlich der Ausbeutung des Rohstoffes und im allgemeinen hin 
sichtlich der technischen Vollkommenheit der Produktion im Nach 
teile sind, durch Begünstigungen, eventuell durch niedrigeren Steuer 
fuß erreicht werden kann. 
Was die Wirkung der Biersteuer auf Preis und Konsumtion 
betrifft, so bezweifelt Schanz, daß der Preis immer im Verhältnis 
zur Steuer sich ändert und Vocke leugnet überhaupt, daß die Steuer 
den Konsumenten im Verhältnis zum Konsum und zur Leistungs 
fähigkeit belastet. Bei Verhandlung des jüngsten deutschen Bier 
steuergesetzes (1918) wurde von sozialdemokratischer Seite bemerkt, 
daß die Steuer einen Massenmord kleiner Mittelstandsexistenzen 
bedeutet und viele Gastwirte zugrunde richten wird. Die unteren 
Klassen sind die Biertrinker und der Wein wird immer mehr das 
Getränk der Reichen werden. 
Die Biersteuer finden wir überall eingeführt. Natürlich hat 
sie die größte Bedeutung in jenen Staaten, wo das Bier das Volks 
getränk ist (England, Bayern, einzelne Teile Österreichs), während 
sie wieder wenig Bedeutung hat in jenen Staaten, wo der Wein 
(wie in Frankreich, Spanien, einem Teile Deutschlands, Ungarn usw.) 
oder der Branntwein (Ostpreußen, Galizien, Rußland) das Volks 
getränk ist. In England ist das Bier geradezu das Nationalgetränk. 
In einer seiner Budgetreden sagte Gladstone: seitdem der Nektar 
aus der Mode gekommen ist, ist das Burtonbier das beste Getränk, 
das erfunden wurde. 1 ) In England findet die Besteuerung auf 
Grund der Bierwürze und der Menge des verbrauchten Malzes statt. 
Bayern hat die Malzsteuer, Österreich und Ungarn die Steuer nach 
’) Buxton, Finance and politics, If, S. 280.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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