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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

H. Das Steuerwesen der Staatenverbände. 
567 
Lastenverteilung, wie sie heute zwischen den einzelnen Gliedern in 
jedem Staate vor sich geht, das Ideal der Gerechtigkeit verwirk 
licht? Die Finanzwissenschaft ist bis zum heutigen Tage nicht 
dahin gelangt, das richtige Maß der Leistungsfähigkeit des Einzelnen 
zu finden. Und wenn die Wissenschaft heute das Einkommen als 
sichersten Maßstab betrachtet, so bemächtigt sich unser, sobald wir 
dies Prinzip zur Anwendung bringen, eine Leihe von Bedenken, 
sobald wir erkennen, daß das gleiche Einkommen in dem einen 
Falle eine viele größere Leistungsfähigkeit bedeutet, als in dem 
anderen. Noch schwieriger gestaltet sich natürlich die Frage, sobald 
wir es mit ganzen Staaten zu tun haben. Auch die Geschichte beweist 
es, daß man sich immer mit sehr rohen Maßstäben begnügen mußte. 
Auf die Frage der genauesten Schlüssel haben übrigens ver 
schiedene Umstände Einfluß. So ob die durch Matrikularbeiträge 
zu deckenden Beträge überhaupt groß oder geringfügig sind, ob 
der Schlüssel de facto praktische Anwendung findet oder nur 
wenig praktische Bedeutung hat, ob er auch bei Verteilung von 
Einkommen Anwendung findet usw. Verteilungsschlüssel finden 
wir in Deutschland, in Österreich und Ungarn, in den Kantonen 
der Schweiz, in den Provinzen des ehemaligen Hollands, im Ver 
hältnisse zwischen England und Irland, vormals zwischen Schweden 
und Norwegen, zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein, Olden 
burg, Lübeck und Birkenfeld *) usw. Fast alle der vorkommenden 
*) Siehe hierüber, wie über die ganze Frage Feldes: Über Matrikular- und 
Quotenbeiträge, mit besonderer Rücksicht auf den österr.-ungarischen Quoten 
streit. Zugleich ein Beitrag zum internationalen Finanzwesen und zur Messung 
des Volkswohlstandes (Schanz, Finanzarchiv XVII. Jhrg., I. Bd.); ferner meine 
Referate als Referent der ungarischen Quotendeputation 1906—1909. Das älteste 
Beispiel der Quote finden wir in der niederländischen Republik, wo die Beiträge 
gleichfalls den Namen Quoten trugen. Die Republik hatte ihre eigenen Einnahmen, 
dieselben waren aber zur Deckung der Ausgaben nicht genügend. Das Fehlende 
hatten die Provinzen beizutragen und zwar Holland 57 i, / 8 0 / 0 , Friesland 11 Vs 0 /». 
Zeeland 9 Vs °/o usw. Die Berechnung war eine ziemlich willkürliche auf Grund 
des materiellen Wohlstandes. Es galt die Ansicht, daß Holland das meiste zu 
zahlen hätte, oft auch statt der anderen Provinzen. Außerordentlich lehrreich 
ist das Verhältnis zwischen Großbritannien und Irland. Nach der Union wurde 
die Beitragsquote mit 1:7 '/s resp. 2:15 festgesetzt, obwohl in Wirklichkeit 
nach dem materiellen Wohlstand das Verhältnis 1:29 sein müßte. Die Klagen 
hörten auch nach der Verallgemeinerung des Steuersystems nicht auf und öftere 
Enqueten konnten dem Übel nicht abhelfen. Daß von mathematischer Genauig 
keit bei Festsetzung des Schlüssels nicht die Rede sein kann, kam allgemein 
zum Ausdruck und alle Berechnungsarten wurden einer eingehenden Kritik 
unterworfen. Die Frage konnte nicht gelöst werden und tauchte immer von 
neuem auf. In der Schweiz sollte die sogenannte Geldskala auf Grund der Be 
völkerung und der Vermögens- und Erwerbsverhältnisse festgesetzt werden und 
alle zwanzig Jahre revidiert werden. Doch kam man zu der Überzeugung, daß 
es leichter ist, die alte Skala zu belassen, als eine neue durchzusetzen. Übrigens 
haben die Beiträge keine praktische Bedeutung, da die Schweiz aus den Bundes-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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