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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
575 
Quecksilberbergwerke von Idria, ebenso gegen Verpfändung des 
ungarischen Kupfers (1702). Principe Odescalcbi in Venedig gibt 
ein Anlehen gegen Verleihung einer „noch unbekannten“ Würde. 
Im Jahre 1703 wird ein Teil des Silberzeuges des kaiserlichen 
Hauses verpfändet. Oft kommen Zwangsanleihen vor, die nament 
lich bei folgenden Personen aufgenommen wurden: Geistliche, 
namentlich höhere geistliche Würdenträger, geistliche Körper 
schaften, Orden (so in Frankreich, namentlich der Templerorden) *), 
Juden (hier wurde also den Juden dieselbe Behandlung zuteil wie 
der Kirche), Staatsbeamte, die die Forderung auf ihre Nachfolger 
überwälzen durften (!). Wir begegnen auch dem Plane, bei den 
Offizieren Anlehen aufzunehmen, wegen der bedeutenden Geldrück 
stände sah man aber hiervon ab. 
Bei Landmann * 2 ) lesen wir, daß Bernard (unter Ludwig XV.) 
nur unter der Bedingung geneigt war ein Darlehen zu geben, daß 
er dem Könige vorgestellt werde, daß ihn der Herzog von Noailles 
zum Diner und eine Hofdame zum Souper lade. In England war 
es Sitte, daß im Bedrängnisfalle jedem angesehenen Bürger „privy 
seals“ zugingen mit Bitten um Geldbeiträge. 
Von Preußen abgesehen, sagt Thorsch, wurde jede historisch 
bedeutende Rolle in der Neuzeit mit großen Staatsschulden be 
zahlt. Hierzu kommt, daß der Absolutismus der vorhergehenden 
Epoche gleichfalls die Vermehrung der Staatsschulden beförderte, 
denn der Absolutismus wollte die Stände unterdrücken, daher ver 
zichtete er auf die Steuern, deren Bewilligung von den Ständen zu 
erbitten war. 
So kann es denn nicht wundernehmen, wenn die gewissen 
hafteren Staatsmänner (Necker, Stein, Hardenberg usw.), ebenso wie 
bedeutende Theoretiker (Ricardo, Say usw.) sich gegen den Staats 
kredit aussprachen und dessen Wirkung ungünstig beurteilten. 
Colbert war ein Feind des Staatsschuldenwesens und bedrohte mit 
Todesstrafe denjenigen, der dem König Darlehen geben wollte. 
Seiner Meinung nach ist der Staatskredit nur die Kunst des 
Schuldenmachens, welche Schulden nie zurückbezahlt werden werden. 
Hume tat folgenden Ausspruch: entweder schlägt der Staat den 
Kredit tot, oder wird der Kredit den Staat totschlagen. In der 
Tat hat der Staatskredit in vielen Staaten zu wiederholten Malen 
zum Staatsbankerott geführt. 
*) Schmidt, Die Anfänge der französischen Staatsschulden (Schanz, Finanz 
archiv 1918, I). 
2 ) Zur Entwicklungsgeschichte der Formen und der Organisation des 
öffentlichen Kredits (Finanzarchiv, 29. Jhrg., I. Bd.).
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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