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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
581 
aussetzungen des Staatskredites ist die außerordentliche Zunahme 
der staatlichen Bedürfnisse, insbesondere infolge der Ausdehnung 
der Staatstätigkeit. Hierin finden wir ein Moment der Notwendigkeit 
des Staatskredites. 
Das Moment der Möglichkeit des Staatskredites beruht auf 
folgenden Umständen: a) Die Vermehrung des Reichtums des 
Volkes und die Entstehung bedeutender Kapitalien, die sichere, 
ständige und vorteilhafte Verwendung suchen. Von besonderer 
Wichtigkeit ist hier als ein konnexes Moment, die Organisation des 
Greld- und Kapitalmarktes u. z. ebenso des heimischen als des 
internationalen Marktes; b) die Klärung der Rechtsüberzeugungen 
und der internationalen Rechtsprinzipien, welche den Kreditoren 
Gewähr bieten für ihre Kapitalien. Leider hat diesbezüglich der 
Weltkrieg die Welt weit zurückgeworfen ; c) das Durch dringen 
richtiger Prinzipien und Systeme in der Festsetzung, Verwaltung 
und Kontrolle des Staatshaushaltes, welche die Beruhigung bieten, 
daß die Staatsgewalt stets die Macht und den Willen haben wird, 
die den Staatsgläubigern gegebenen Versprechen einzuhalten. Hier 
aus ist ersichtlich, daß der Staatskredit nur bei wirtschaftlich hoch- 
entwickelten Völkern alle Vorbedingungen seiner Entwickelung vor 
findet. Manche (Adams usw.) zählten hierzu noch den modernen 
Konstitutionalismus, dessen Wesen sie eigentlich darin erblicken, 
daß die Reichen den Staat verwalten, die zugleich Gläubiger des 
Staates sind, deren Vertrauen zum Staat also nur ganz natürlich 
ist, es ist dies ja der Staat, in den sie ihre eigenen Ansichten hinein 
getragen haben, ein rein wirtschaftlichen Motiven huldigender Staat. 
4. Wenn wir näher die Berechtigungsgründe des Staatskredites 
suchen, so finden wir dieselben in folgendem: a) der Staatskredit 
führt sicherer zur Beschaffung der nötigen Summen, als die Steuer, 
deren Resultat schwerer vorher zu bestimmen ist, natürlich voraus 
gesetzt, daß die Kreditoperation gelingt; b) der Kredit schafft die 
nötigen Mittel in der Regel viel rascher herbei; c) der Staatskredit 
ist eine bequemere Art der Geldbeschaffung, denn sowohl die Er 
höhung alter Steuern als die Einführung neuer Steuern ruft Un 
zufriedenheit hervor, die Lasten des Kredites dagegen verspürt der 
Steuerzahler erst später. Bei der Steuer wendet sich der Staat 
an jene, von denen er Opfer verlangt, beim Kredit an solche, denen 
er Gewinn bietet, d) Kreditoperationen können eher geheim ge 
halten werden und so werden eventuelle Absichten des Staates 
nicht verraten; e) durch den Kredit können viel bedeutendere 
Summen herbeigeschafft werden. Was die Wirkungen des Kredits 
betrifft, so ist folgendes zu bemerken: a) Er bietet Gelegenheit 
V
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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