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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

598 
5. Buch. Der Staatskredit. 
wurden. Freilich muß auch die Produktivität der Anlehen in Betracht 
gezogen werden. So hat z. B. Rußland auf die transsibirische Bahn 
1334 Millionen Frank verwendet. Außerdem hat Rußland in dem 
selben Zeitraum einen so bedeutenden Goldschatz angesammelt, 
welcher den Betrag der im Umlauf befindlichen Noten und der 
schwebenden Schuld (Tresorscheine) überstieg. 
Nach der Tabelle eines englischen Statistikers betrug pro Kopf 
der Bevölkerung in Pfund Sterling (vor dem Kriege): 
Volks 
Volks 
Staats 
vermögen 
einkommen 
schuld 
Großbritannien 
302 
32,9 
22 
Frankreich 
252 
27,5 
36 
Deutschland 
156 
22,2 
12 
Rußland 
61 
8,5 
* 7 
Italien 
101 
11,3 
18 
Vereinigte Staaten 
234 
41,5 
6 
Die Staatsschuldenlast überschritt schon vor dem Weltkriege 
das Verhältnis, welches als gesundes zu betrachten ist. Unserer 
unmaßgeblichen Ansicht nach dürfte dieses Verhältnis nicht ein 
Viertel des jährlichen Budgets überschreiten, da bei der Höhe des 
Heeresbudgets nur bei diesem Verhältnis zu erreichen ist, daß der 
Staat auf die übrigen Staatszwecke wenigstens ein Drittel der Aus 
gabe verwenden könne. Diese unsere Ansicht nähert sich der von 
Thiers, der die These aufstellte, daß die Staatsschuldenlast ein 
Drittel der Ausgaben nicht überschreiten darf, da bei Überschrei 
tung dieses Verhältnisses dem Staate Katastrophen entstehen können. 
Optimistischer denkt Leroy-Beaulieu, der die Grenze für die Staats 
schuldenlast mit 35—40 Prozent des Budgets festsetzt; überschreitet 
die Grenze 45, dann ist die Lage sehr beunruhigend, bei 55—60 
ist es mehr denn gewiß, daß der geringste Umstand den Staat 
zwingen wird, mit seinen Gläubigern ein neues Abkommen zu 
treffen. 
Welche kolossale Summen schon vor dem Weltkriege der 
öffentliche Kredit in Anspruch genommen hat, zeigen die Berech 
nungen Neymarks, die ergeben, daß im Jahre 1908 die von Staaten, 
Provinzen und Kommunen aufgenommenen Anlehen einen Betrag 
von 7244,3 Millionen Franks betrugen. 
Diese Zahlen lassen natürlich die kolossalen Kriegsaniehen 
weit hinter sich, wie wir an anderer Stelle sehen werden. 
v
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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