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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

III. Abschnitt. Die Geschichte des Staatskredites. 
601 
III. Abschnitt. 
Die Geschichte des Staatskredites. 
1. Der Staatskredit keines Staates zeigt einen so engen Zu 
sammenhang mit den allgemeinen volkswirtschaftlichen Ver 
hältnissen und namentlich mit den allgemeinen Kreditverhält 
nissen als der englische Staatskredit. Die neuere Periode des 
Staatskredites beginnt eigentlich mit der Gründung der englischen 
Bank, welche dem Staate 1200 000 Pfund Sterling zur Führung 
des Krieges gegen die Niederlande vorstreckt und hiergegen das 
Privilegium erhält. Das geschah im Jahre 1694. Schon im Jahre 
1697, zur Zeit des Kyswicker Friedens erhöht sich die Staatsschuld 
auf 21,5, zur Zeit des Abschlusses des Utrechter Friedens auf 
53,6 Millionen Pfund. In dieser Periode des Staatskredites geht 
eine wichtige Wandlung vor sich; die bisher angewendeten Formen 
werden in den Hintergrund gedrängt und die fundierte Staatsschuld 
tritt in den Vordergrund. Die Staatsschulden werden in einem 
Fond vereinigt, dem andererseits wieder gewisse Einnahmen zu 
gewiesen werden zur Verzinsung der Staatsschuld. Schon in dieser 
Zeit begegnen wir Konversionen und Zinsenreduktionen; im Jahre 
1717 wird der Zinsfuß von 6 Prozent auf 5 Prozent herabgesetzt, 
nachdem vorher der gesetzliche Zinsfuß von 6 Prozent auf 5 Prozent 
reduziert wurde. Wie günstig die von Walpole befolgte nüchterne 
Finanzpolitik war, das zeigt der Umstand, daß das im Jahre 1727 
emittierte 3 prozentige Anlehen im Jahre 1737 zum Kurse von 
107 notiert war. Im Jahre 1766 erhöht sich die Staatsschuld, 
namentlich unter Einwirkung des siebenjährigen Krieges, auf 129,5 
Millionen Pfund. Fast auf das Doppelte steigt die Staatsschuld 
infolge des Unabhängigkeitskrieges der Nordamerikanischen Kolonien: 
sie beträgt im Jahre 1783 238 Millionen Pfund. Den bedeutendsten 
Einfluß nahmen jedoch die Kämpfe um die Wende des XVIII. und 
XIX. Jahrhunderts, namentlich die gegen die Revolution und gegen 
Napoleon I. Das kolossale Anwachsen der Staatsschuld war ge 
wissermaßen der Preis, den England bezahlte, damit die Vorrechte 
der privilegierten, herrschenden Klassen nicht demselben Schicksale 
verfielen, wie in Frankreich infolge der Revolution. Darum hat 
England gegen die Revolution und gegen Napoleon gekämpft und 
mit der Staatsschuld erwarb es die Siege der Heere der mit ihm 
alliierten Staaten. Im Jahre 1816 steigt die konsolidierte Staats 
schuld auf 816 Millionen Pfund. Das Jahr 1797 bezeichnet eine 
der ungünstigsten Perioden des englischen Staatskredits, die 3 pro-
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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