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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

III. Abschnitt. Die Geschichte des Staatskredites. 
603 
Im Jahre 1830 beträgt die jährliche Last der französischen Staats 
schuld nur 164 Va Millionen Frank, ein Viertel der englischen 
Staatsschuld. Trotzdem war der Staatskredit noch sehr kostspielig; 
der Emissionskurs des öjmozentigen Anlehens schwankte zwischen 
52,50 - 67,60; aber schon im Jahre 1830 wird ein 4 prozentiges 
Anlehen für 102,07 ^ im Jahre 1832 ein 5 prozentiges zu 98,50 
emittiert. Der Staatskredit zeigt unter dem Einflüsse der poli 
tischen Verhältnisse ein stetes Schwanken; nach der Julirevolution 
erlitt der Staatskredit eine mächtige Erschütterung, das 5 prozentige 
Anlehen konnte nur zum Kurse von 84 emittiert werden, dagegen 
wird im Jahre 1870 die 3 prozentige zu 86,65 emittiert. Welcher 
Fortschritt, wenn vor Augen gehalten wird, daß im Jahre 1814 die 
5 prozentige zu 45 stand ! Während der Regierung des Bürger 
königs wurde der Staatskredit nur wenig in Anspruch genommen; 
Ludwig Philipp übernahm eine jährliche Last von 164% Millionen, 
übergab 1848 eine Last von 177 Millionen, die jährliche Last hat 
also bloß um etwa 1,2 Millionen zugenommen. Die Republik hat 
die Staatsschuld bedeutend vermehrt und Napoleon III. übernahm 
eine jährliche Last von 231 Millionen. Das zweite Kaisertum hat 
den Staatskredit in weitestem Maße in Anspruch genommen, was 
einerseits die kolossale Steigerung der Staatsausgaben im allge 
meinen, dann Kriege und bedeutende öffentliche Arbeiten, anderer 
seits die große Scheu dieses Systems vor Anspannung der Steuern 
verursachte, welche während dieser Periode eher abnahmen. Als 
Fehler dieser Periode bezeichnete Leroy-Beaulieu den Umstand, daß 
man sich an den 3 prozentigen Typus klammerte, wodurch der Staat 
gezwungen war, die Anlehen zu außerordentlich niedrigem Kurse 
— 60,50 bis 69,25 Frank — zu emittieren. In zwei Fällen wurden 
Konversionen durchgeführt, die wohl die jährliche Last verminderten, 
aber insofern eine unrichtige Methode befolgten, als dagegen das 
Schuldkapital erhöht wurde. Diese Anlehen waren öffentliche An 
lehen, die nach Ansicht Leroy-Beaulieus in Frankreich nur un 
günstige Resultate ergaben. Am Ende des zweiten Kaiserreiches 
beträgt die jährliche Last 360 Millionen Frank. Sie ist also inner 
halb 20 Jahren um beiläufig 130 Millionen gestiegen; dies betrug 
20 Prozent der Staatsausgaben. Im Verhältnis zu anderen Staaten 
und im Verhältnis zum Volksreichtum war die Schuld immerhin 
eine mäßige. Erst der deutsch-französische Krieg verursachte ein 
immenses Anwachsen. Frankreich war jetzt jenes Land in Europa, 
das mit der größten Staatsschuld belastet war. Nach Leroy-Beaulieu 
betrug die Staatsschuld ein Sechstel des Volksvermögens und das 
jährliche Bedürfnis betrug 38 Prozent der Staatsausgaben. Diese
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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