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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

III. Abschnitt. Die Geschichte des Staatskredites. 
605 
zweifelt. Der erste Versuch eines allgemeinen Anlehens geschah 
im Jahre 1643, aber mit geringem Erfolg. Der Zinsfuß war hoch, 
7 Prozent. Doch stieg zuweilen der Zinsfuß auf 25 Prozent und 
mehr. Die Anlehen waren teils schwebende, teils konsolidierte. 
Die Zinsenzahlung geschah sehr unregelmäßig, auch Zinsenreduktionen 
kamen öfter vor. Gewöhnlich war der Fond bezeichnet, aus dem 
die Eückzahlung zu geschehen hatte. Die Anlehen waren gewöhn 
lich pfandrechtlich gesichert. Im Anfang des 18. Jahrhunderts 
wurde im Interesse des Staatskredits die Wiener Bank gegründet, 
welche die Aufgabe hatte, dem Staate Darlehen zu geben und 
welche auch mit der Verwaltung der indirekten Steuern betraut 
war. Die Stadt Wien hatte mit der Bank nur so viel gemein, daß 
sie dieselbe mit ihrem Kredit unterstützte, übrigens war die Bank 
Staatsbank, oder da sie ja keine Bank in heutigem Sinne war, 
staatliches Kreditvermittlungsinstitut. Die Bank unterstützte den 
Staat mit Vorschüssen und in dieser Beziehung übte sie eine nütz 
liche Tätigkeit aus. Ebenfalls im Interesse des Staates wurde die 
allgemeine Bankahtät im Jahre 1714 gegründet, welcher verschie 
dene Einnahmen zuflössen, insbesondere Arrhen, deren man vier 
unterschied, die Bankalitätsarrha, die jeder bezahlte, der Bankalist 
werden wollte, die Assignationsarrha, die jeder bezahlte für die pünkt 
liche Erfüllung der Zahlungen, die Judenarrha, die jeder Jude 
zahlen mußte der in Wien sich aufhalten wollte usw. Die Banka 
htät war teils Zentralstaatskasse, teils Bankinstitut. Aber dieses 
Institut entsprach nicht den Erwartungen. Auf dem Gebiete des 
Staatskredites treten später die ausländischen Geldmärkte in den 
Vordergrund, so im 18. Jahrhundert insbesondere Holland und 
Itahen. Die Anlehen waren häufig auf die Einnahmen von Bergwerken 
oder auf Kriegskontributionen basiert. Mit England kam Österreich 
namentlich auf Grund politischer Interessen in Kreditverbindung, in 
folge des bei Gelegenheit des spanischen Erbfolgekrieges geschlosse 
nen Bündnisses. Zur Zeit Maria Theresias zwang vor allem der 
siebenjährige Krieg zu größeren Kreditoperationen; von 260 Millio 
nen Gulden Kriegskosten wurden 167 Millionen mittels Anlehen 
gedeckt, wovon ein Teil Zwangsaniehen waren; damals wurde auch 
ein Leibrentenanlehen geschlossen, eines auf Grund der ungarischen 
Staatsdomänen, ein anderes auf Grund der ungarischen Kriegskontribu 
tionen usw. Während des Krieges zeigen die Staatstitres eine 
sehr tiefe Wertsenkung, aber nach dem Kriege stieg der Kurs in 
folge pünktlicher Tilgung auf 94, ja sogar auf Pari, so daß eine 
Zinsenreduktion durchführbar war. Ein wichtiges Datum in der 
Geschichte des österreichischen Staatskredites ist das Jahr 1761,
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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