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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

IV. Abschnitt. Die verschiedenen Arten der Staatsschulden. 
613 
waren aber schon bescheidener; die erste Klasse zahlte 50 Livres; in 
der höchsten Klasse, bei einem Einkommen von über 200 000 Livres 
stieg die Steuer bis 6000 Livres. Dieses Anlehen war zinslos und 
war im Notfälle mit Getreide und Papiergeld (im Verhältnisse von 
1 / 100 des Wertes) einzuzahlen. Trotz der größten Gewalt brachte 
das Anlehen, das auf 600 Millionen berechnet war, bloß 300 Millio 
nen, zwei Drittel hiervon in entwertetem Papiergeld. 
3. Mit Rücksicht auf die Emission wendet sich der Staat ent 
weder unmittelbar an die Darlehensgeber, resp. die Anlagesuchen 
den, oder er nimmt die Vermittlung der Börse, der Banken und 
Bankiers in Anspruch. Die Anlehen sind dementsprechend Bank-, 
Börse-, indirekte, oder öffentliche, direkte Anlehen. 
Die Hauptarten der unmittelbaren Emission sind die öffentliche 
Subskription oder der regelmäßige Verkauf bei den Staatskassen, 
endlich der börsenmäßige Verkauf durch hiermit beauftragte Mak 
ler. Bei dem mittelbaren Vorgehen steht der Staat entweder be 
ständig mit einem Bankhause oder einer Gruppe von Banken in 
Verbindung, oder die Vergebung geschieht auf Grund von Offerten, 
wo das Anlehen demjenigen zugeteilt wird, der die günstigsten Be 
dingungen stellt. Der Vorteil der mittelbaren Anlehen ist der, daß 
die Banken in der Regel natürlich die Verhältnisse des Geld 
marktes genauer kennen, daher besser wissen, zu welchen Be 
dingungen, in welchem Zeitpunkte Anlehen zu kontrahieren sind. 
Die Banken bieten Garantie für die Herbeischaffung der nötigen 
Summen usw. Freilich kann vom heutigen Staate nicht behauptet 
werden, daß er nicht in der Lage wäre, die Verhältnisse des Geld 
marktes zu kennen, der heutige Staat hat ja so bedeutende finan 
zielle Funktionen, ist so sehr in das Kreditleben verwoben, steht 
in so naher Beziehung zur Notenbank, zu den anderen großen 
Banken, daß auch die Staatsorgane die Gestaltungen des Geld 
marktes genau kennen müssen. Gegenüber schwachkreditierten 
Staaten kann es überdies vorkommen, daß die Banken ihren 
Verpflichtungen nicht nachkommen werden. Wenn die Banken 
auf die Placierung des Anlehens nicht rechnen können, so werden 
sie oft nur einen Teil des Anlehens fest übernehmen, den anderen 
Teil nur, wenn sie es in ihrem Interesse finden (Option). Manch 
mal ist wohl die Option unbedingt. Wenn sie bedingt ist, dann 
bedingen die Kreditoren, daß die Übernahme nur dann erfolgt, 
wenn die Titres zu einem gewissen Kurs abzustoßen sind oder wird 
festgesetzt, um wieviel der Übernahmekurs unter dem Markt 
kurs bleibt. 
Die Vorteile der öffentlichen Subskriptionen, der sogenannten
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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