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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

IV. Abschnitt. Die verschiedenen Arten der Staatsschulden. 623 
banken aufgenommenen Anlehen. Von den erwähnten Arten der 
schwebenden Schuld gehören aber nur a) und b) zu der eigentlichen 
Staatsschuld, während die übrigen mehr in den Kreis des Greschäfts- 
kredites gehören. Diese in den Kreis des Staatskredites gehörigen 
Schulden werden, wenn deren Rückzahlung nicht gelingt, in konsoli 
dierte Schulden umgewandelt. 
Mit der fortschreitenden Ordnungsmäßigkeit des Staatshaus 
haltes nimmt die Bedeutung der schwebenden Schuld ab. Nur in 
kreditarmen Staaten, wie der Türkei, Spanien, Ägypten usw. spielt 
dieselbe eine wichtigere Rolle. Andererseits muß konstatiert werden, 
daß in der neuesten Zeit verschiedene Gründe wieder zur häufigeren 
Schaffung von schwebenden Schulden geführt haben und zwar 
nimmt die Ausdehnung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Staates, 
dann der Umstand, daß häufig gerade die Kriegskosten — die ganz 
besonders die Steigerung der konsolidierten Schuld beförderten — 
mittels schwebender Schulden gedeckt werden. In neuerer Zeit 
hat England Kriegskosten mittels schwebenden Schulden gedeckt, 
so im Zulukriege (20 Millionen Pfund Sterling), ebenso Rußland im 
Kriege gegen Japan usw. Im Weltkriege hat jeder Staat einen 
Teil der Kriegskosten mittels kurzfristigen Kredites gedeckt, allen 
voran England. England bedient sich hierzu verschiedener Formen 
der Kassenscheine, in erster Reihe der Exchequer bills. Aber auch 
dieser gibt es mehrere Arten. Die Exchequer bills lauten auf fünf 
Jahre, die Exchequer bonds gewöhnlich auf drei Jahre. Außerdem 
existieren die Tresury bonds, welche teils auf 3—6 Monate, teils auf 
längere Zeit lauten, die Deficiency advances, ways and means advances, 
currency bills usw. In Frankreich ist der Haupttypus der kurzfristigen 
Schuld der hon de tresor. Diese lauten auf 3 Monate, 6 Monate oder 
ein Jahr. Der Zinsfuß wechselt nach der Verfallzeit, gewöhnlich be 
trägt er 1 bis 2 Prozent, manchmal 8 / 4 Prozent. Außerdem gibt 
es noch andere Formen der schwebenden Schuld, zu der auch die 
Verbindlichkeiten der Caisse des depots gehören, sowie eine Reihe 
von Vorschüssen, welche die Staatskasse in Anspruch nimmt. In 
Österreich bildeten die Hauptformen der schwebenden Schuld die 
Kassenscheine, die sogenannten Salinenscheine und das Papiergeld, 
in Ungarn die Kassenscheine usw. 
Daß im Weltkriege, wie schon in der vorhergehenden Periode, 
die jedenfalls auf eine lange Amortisation angewiesenen kolossalen 
Kriegskosten in so großem Maße mittels kurzfristigen Kredites 
geschah, ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Im Kriege 
gegen Japan stand Rußland der langfristige Kredit nicht ge 
nügend zu Verfügung und im Weltkriege haben selbst England
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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