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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

632 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Es kommt namentlich auf die Vorteile an, welche den Staats 
gläubigern geboten werden. Dies lehrt auch der Weltkrieg. Die 
Vorteile, welche geboten wurden, und sonstige Verfügungen, waren 
namentlich folgende: 1. Billige Lombardierung bei der Notenbank; 
2. Annahme an Zahlungs Statt bei Anlehen, Steuern usw.; 3. Be 
günstigungen bei der Einkommensteuer, Steuerfreiheit; 4. Bevor 
zugung bei Ankauf von Kriegsmaterial bei der Sachdemobilisation; 
5. Einzahlung mit den Titres älterer Anlehen; 6. Verbot der Pla 
cierung von Ersparnissen in anderen Titres; 7. Verbot des Verkaufs 
der Titres; 8. Beschränkung der Kreditbewilligung der Banken 
durch obligatorische staatliche Genehmigung; 9. Hintanhaltung von 
Kursverlusten usw. Auf letzteres wurde große Aufmerksamkeit 
verwendet, insbesondere in Deutschland und England. Bei dem so 
genannten Victory loan wurde monatlich ] /s Prozent der Anleihe 
zur Vermeidung eines Kursfalles zurückgelegt. 
Die speziellen Verhältnisse der einzelnen Staaten, wie die ver 
schiedenen politischen Verhältnisse haben natürlich einen weitgehen 
den Einfluß auf das Kriegsschuldenwesen ausgeübt. In Frankreich 
hat man lange nicht den Weg der Anlehen beschritten, weil man, 
solange das Moratorium währte, einen Mißerfolg befürchtete, da 
die Spareinlagen nicht zur Verfügung standen. In England hat 
man vermieden, Appoints unter 100 £ zu emittieren, um die 
kleinen Zeichner auszuschließen, weil man die Sparkassen nicht 
dem Run der Einleger aussetzen wollte, da England das Mora 
torium vermied. Auch wollte man nicht, daß die Einlagen aus der 
Postsparkasse, wo der Staat bloß 2 Vs Prozent zahlte, herausge 
nommen werden, und ihm zu 4 Prozent und mehr angeboten werden 
sollen. Frankreich hat überdies in hohem Maße den Kredit der 
Notenbank in Anspruch genommen und hat das Maximum des 
Notenumlaufes, das vor dem Kriege 6 Milliarden betrug, auf 
30 Milliarden erhöht. Auch England hat sich vor allem des kurz 
fristigen Kredites bedient und ging nur widerstrebend zu konsoli 
dierten Anlehen über. Bald stellte sich die Notwendigkeit ein, im 
Auslande Darlehen aufzunehmen und Bedingungen zu akzeptieren, 
die früher wohl für unmöglich gehalten worden wären. Dagegen 
hat England die Notenbank geschont und den Umlauf der fidu 
ziaren Geldzeichen nicht übermäßig gesteigert. Deutschland und 
seine Verbündeten, Österreich-Ungarn haben infolge der günstigen 
Kriegslage hauptsächlich aus konsolidierten Anlehen geschöpft. Aber 
in allen Staaten war in einzelnen Phasen des Krieges der Kredit 
nur mit der größten Anstrengung in Bewegung zu setzen. Wir 
resümieren kurz einige wichtigere Erfahrungen des Staatskredites.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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