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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

634 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Androhung von Zwangsmaßregeln. Auch Zwangs- und Prämien- 
anlehen kamen in Vorschlag. Auch wurde darauf hingewiesen, daß 
bei Mißerfolg der Anlehen zu solchen Mitteln gegriffen werden 
mußte, die neue Kaufkraft schaffen und so neue Preissteigerung 
hervorrufen würde. Es mußte der Minimalkurs der Konsole fest 
gesetzt werden (66 1 / 2 ). Erfolgreicher als die innere, war die äußere 
Anlehenspolitik, die namentlich die Zahlungsmittel für Käufe an 
Lebensmitteln, Munition usw. liefern sollte. Von der Einziehung 
aller ausländischen Guthaben abgesehen, wurden bedeutende An 
lehen kontrahiert. Die erste Anleihe wurde mit Frankreich ge 
meinsam aufgenommen im Betrage von 500 Mill. Dollar auf 5 Jahre; 
1916 wurden zwei Anlehen ausgenommen, zu 250 und 300 Mill. Dollar. 
Für beide Anlehen mußten Wertpapiere, hauptsächlich neutraler 
Staaten als Sicherheit hinterlegt werden, für beide Anlehen im 
Betrage von 660 Millionen Dollar (!). Es wurden ferner Anlehen 
in Japan, Kanada, Norwegen, Holland usw. aufgenommen. Außer 
dem nahm die Bank von England in Amerika Vorschüsse auf und 
wurde auch der Einzelkredit stark in Anspruch genommen. Die 
Verbündeten mußten von ihrer Notenreserve an England abgeben, 
das wieder immense Beträge an Gold nach Amerika zu senden hatte. 
Die Lage gestaltete sich oft höchst schwierig; England sollte den 
Bedarf an Kriegsmaterial beschaffen, aber auch Soldaten geben, 
nun konnte jedes der Ziele nur auf Kosten des anderen befriedigt 
werden. England muß seinen Besitz an ausländischen Wertpapieren 
versilbern. Bloß bis Ende 1916 wandern von diesen Wertpapieren 
8 Milliarden nach Amerika. 
Die bedeutendsten Anlehen Englands waren: 
4V2 prozentige Kriegsanleihe 899,9 Mill. £ 
5 prozentige Exchequer Bonds 155,3 „ „ 
Schatzwechsel 559,9 „ „ 
Victory Loan 966,0 „ „ 
Frankreich hat bei Ausbruch des Krieges hauptsächlich die 
Bank in Anspruch genommen, wenn auch, wie Jöze sagt, mit einer 
großen Vorsicht, um nicht eine neue Periode der Assignaten 
heraufzubeschwören. Außerdem wurden Schatzscheine ausgegeben 
und namentlich zur Bezahlung der Heereslieferungen verwendet 
Dann wurden Darlehen bei den Privatdepots verwaltenden öffent 
lichen Kassen aufgenommen, eine alte Sitte, der nun durch ver 
schiedene Maßregeln eine größere Ausdehnung gegeben wurde. 
Es sei noch bemerkt, daß auch Zahlungen auf die noch vor Aus 
bruch des Krieges kontrahierte tilgbare S'U prozentige Schuld
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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